Ärzte Zeitung online, 06.09.2018

Tabakforscher fordern

Kassen sollen Rauchentwöhnung bezahlen!

Rauchen ist eine Sucht - mit großen Gesundheitsrisiken, finden Tabakforscher. Sie fordern, dass Krankenkassen künftig die Kosten für eine Rauchentwöhnung übernehmen sollen.

MÜNCHEN. Rauchentwöhnung sollte aus Sicht von Tabakforschern von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Die Wissenschaftler fordern im Vorfeld des Europäischen Tabakkongress die Abschaffung des sogenannten "Lifestyle-Paragrafen", der das bislang verhindert.

"Obwohl das Tabakrauchen den mit Abstand wichtigsten gesundheitlichen Risikofaktor und in vielen Fällen eine Suchtkrankheit darstellt, verweigert die Bundesregierung die notwendigen Konsequenzen", sagte Dr. Tobias Rüther, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS).

Der Paragraf 34 des SGB V, der Medikamente zur Rauchentwöhnung von der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ausschließt, müsse abgeschafft werden.

"Tabakabhängigkeit ist eine Suchterkrankung, ihre Behandlung ist die wirksamste und kosteneffektivste Möglichkeit, die Sucht zu behandeln und Folgeerkrankungen abzuwenden."

Der Europäische Tabakkongress (SRNT Europe), der vom 6. bis 8. September in München stattfindet, will einen Überblick schaffen über die Konsumsituation in Deutschland und der Welt und sich mit Themen wie der E-Zigarette oder Apps als Hilfen beim Abschied von der herkömmlichen Zigarette befassen.

Es soll außerdem um die Wirksamkeit von Schockbildern auf Zigarettenschachteln gehen. (dpa)

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