Ärzte Zeitung, 11.10.2007

Intraartikuläre Injektion erlebt Renaissance

HAMBURG (grue). In der Therapie von Patienten mit Arthrose erleben intraartikuläre Injektionen eine Art Renaissance. Sie haben den Vorteil, dass sie - im Gegensatz zu einer oralen Therapie - direkt "vor Ort" wirken und systemische unerwünschte Wirkungen selten sind.

"Die intraartikuläre Injektion eines Glukokortikoids bei akuten Entzündungserscheinungen einer aktivierten Arthrose kann eine sinnvolle Maßnahme sein", bestätigte Professor Jürgen Steinmeyer aus Gießen. Diese Glukokortikoide können eine starke entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung haben, auch wenn es erhebliche Placebo-Effekte gibt - Studien zufolge liegen diese zwischen 36 und 86 Prozent.

Die Beschwerden werden für etwa zwei Wochen gelindert, wobei das Injektionsintervall jedoch mindestens vier Wochen betragen sollte. Das Maximum liegt bei jährlich vier Injektionen in gewichtstragende Gelenke, so Steinmeyer. Das Hüftgelenk kommt aufgrund der Gefahr von Knochennekrosen allerdings nicht infrage.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »

Wie Ärzte Hausbesuche richtig delegieren

Das EBM-Kapitel 38 macht den NäPA-Hausbesuch auch für Fachärzte interessant. Was abgerechnet werden darf, hängt nämlich entscheidend von der Qualifikation der Praxismitarbeiterin ab. mehr »