Ärzte Zeitung, 16.04.2014

Kommentar zur Glucosamin-Studie

Gut gemeint, aber nicht gut

Von Robert Bublak

Gut gemeint ist nicht das Gleiche wie gut, und nicht alles, was plausibel klingt, besteht den Realitätstest - so weit, so bekannt. Wirklich Neues, das über diese schlichten Erkenntnisse hinausginge, hat auch eine nun vorgelegte Studie nicht erbracht, die sich mit dem Nutzen von oralem Glucosaminhydrochlorid in der Behandlung von Arthrosepatienten mit Knieschmerzen beschäftigt hatte.

Allemal gut gemeint ist der Versuch, Patienten mit verschlissenem Knieknorpel das Leben zu erleichtern. Sich dafür einer Substanz zu bedienen, die natürlicherweise im Knorpel vorkommt, ist zudem nicht unplausibel. Ersetzen, was einst vorhanden war und nun fehlt: Dieses Prinzip greift in der Medizin ja auch andernorts.

Wie es scheint, ist dieser Ansatz jedoch zu simpel, um zu funktionieren. Jedenfalls ließ sich in besagter Studie nicht zeigen, dass Glucosamin gegen Knieschmerzen mehr bewirken würde als Placebo. Es ist nicht die erste Untersuchung zu dem Aminozucker, die mit negativen Resultaten endet.

Etwas besser sieht es laut Datenlage womöglich aus, wenn Glucosamin nicht als Hydrochlorid, sondern als Sulfat vorliegt. Dann freilich ist erst recht fraglich, ob es das Glucosamin ist, das wirkt - und nicht eher der Bindungspartner.

Lesen Sie dazu auch:
Knorpelschäden: Glucosamin-Trunk ohne Effekt

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