Ärzte Zeitung, 18.08.2015

Kniearthrose

Einlage sorgt für Entlastung

Patienten mit medialer Kniearthrose profitieren von speziellen Einlagen in ihren Schuhen: Die Spitzenbelastung des Gelenks in den entscheidenden Gehphasen sinkt deutlich.

Von Robert Bublak

Einlage sorgt für Entlastung

Kniearthrose, das Gelenk schmerzt: Orthopädische Hilfsmittel können Linderung bringen.

© Imagesbybarbara / iStock

SALFORD. Arthrotische Veränderungen des Kniegelenks betreffen häufiger den medialen als den lateralen Bereich. Denn die Kräfte, die während des Gehens auf das mediale Kompartiment wirken, sind fast zweieinhalbmal so groß wie die lateral wirkenden. Zurückzuführen ist das auf die tibiale Adduktion relativ zum Femur.

Um die Belastung zu senken, sind eine Reihe orthopädischer Hilfen verfügbar. Dazu zählen keilförmige laterale Einlagen und spezielle Mobilitätsschuhe, die das Barfußlaufen imitieren sollen. Britische Forscher um Richard Jones von der University of Salford haben in einer Studie mit dreidimensionaler Ganganalyse untersucht, wie sich solche Hilfen auf die mediale Kniebelastung und die Beschwerden der Patienten, besonders die Schmerzen, auswirken (J Orthop Res 2015, online 3. Juni).

Kniebelastung sinkt

Getestet wurden zwei Modelle lateraler Einlagen mit einem Keil von fünf Grad - ein Modell davon mit medialer Stütze - sowie ein spezieller Mobilitätsschuh und das Barfußlaufen. Als Vergleich diente das Gehen mit normalen flachen Schuhen. 70 Patienten mit medialer Kniearthrose nahmen an der Studie teil.

Barfußlaufen verringerte die mediale Belastungsspitze in der Frühphase des Schritts im Vergleich zum Kontrollschuh um 7,6 Prozent. Die lateralen Einlagen senkten die Last um 5,9 (lateraler Keil) beziehungsweise 5,6 Prozent (lateraler Keil mit medialer Stütze). Der Mobilitätsschuh führte nicht zu einer signifikanten Reduktion der auf den medialen Kniebereich wirkenden Kräfte.

In der Spätphase des Schritts senkten die Einlagen, nicht aber Barfußlaufen und Gehen im Mobilitätsschuh die Kniebelastung. Auf die gesamte Adduktionsphase gerechnet, verminderte Barfußgehen die Belastung über die Zeit um 4,3 Prozent.

Für die laterale Einlage betrug das Minus 8,0 Prozent und für die unterstützte 5,5 Prozent. Bei der Reduktion der Maximalbelastung bei externer Kniebeugung wiederum war das Barfußgehen allen anderen Maßnahmen überlegen.

Obwohl die Mobilitätsschuhe sich im Vergleich zu Normalschuhen nicht auf die Kniebelastung auswirkten, wurden sie von den Patienten geschätzt: Das Gehen mit ihnen verminderte die Schmerzen sofort, zudem waren sie bequem zu tragen.

Auch die unterstützte Einlage wurde als bequemer und schmerzlindernder empfunden als der laterale Keil.

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