Ärzte Zeitung, 04.12.2009

Schweinegrippe-Forum

Patientin mit Rheuma fürchtet zweite Impfdosis

Patientin mit Rheuma fürchtet zweite Impfdosis

Eine Kollegin fragt: Ich bin Ärztin und MTX-Patientin und habe mich mit Pandemrix® impfen lassen. 24 Stunden später bekam ich einen sehr heftigen akuten Schub meiner rheumatischen Erkrankung, der nach fast drei Wochen noch immer nicht ganz ausgestanden ist. Ich musste zum ersten Mal seit Monaten wieder Prednisolon ansetzen, fünf Tage habe ich im Bett verbracht. Nun lese ich, dass MTX-Patienten zweimal geimpft werden sollen, was mich begreiflicherweise abschreckt.
Was soll ich tun?

Privatdozent Tomas Jelinek: Schwierige Frage. Rein von der Impfseite betrachtet, sollten Sie eine zweite Dosis bekommen, da unter MTX keine optimale Immunantwort erwartet werden kann. Es wird Ihnen aber niemand garantieren können, dass Sie nicht erneut einen Schub Ihrer Erkrankung bekommen - dies ist ja durch jede Form der Immunstimulierung möglich.

Möglicherweise könnte bei Ihnen ein serologischer Test bei der Entscheidungsfindung helfen. Wenn Sie jetzt drei Wochen nach der ersten Impfung hohe Antikörpertiter gegen Influenza A haben, wäre dies ein guter Hinweis auf einen Impferfolg. In diesem Fall wäre die zweite Impfung eventuell nicht mehr notwendig.

Lesen Sie dazu auch:
Was nimmt Schwangeren die Angst vor der Schweinegrippe-Impfung?

Fragen im Schweinegrippe-Forum:
Warum Krebszellen für Vakzinproduktion?
Wie kommt man an Impfstoff für Eiweiß-Allergiker?
Der Impfstoff für Schwangere lässt noch auf sich warten
Wie impfen unter Marcumar oder bei Thrombopenie?

Für Fachkreise:
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