Ärzte Zeitung online, 29.11.2018

DAK-Präventionsradar

Werbung macht bei E-Zigaretten den Unterschied

Schüler, die viel Werbung schauen, greifen häufiger zum elektronischen Glimmstängel, so eine Studie. Für andere Rauchprodukte gilt Ähnliches.

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Schüler, die viel Werbung sehen, probieren häufiger eine E-Zigarette, so eine Umfrage.

© Futografie / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

HAMBURG. Der Kontakt mit Werbung erhöht bei Schülern die Wahrscheinlichkeit, eine E-Zigarette zu probieren, um das Anderthalbfache, so der aktuelle DAK-Präventionsradar. Dies sei eine ähnliche Werbewirkung wie bei klassischen Zigaretten und Shishas, meldet die Kasse in einer zugehörigen Mitteilung.

6900 Schüler zwischen 10 und 18 Jahren haben an der Befragung teilgenommen; im Mittel waren sie knapp 13 Jahre alt und die Geschlechter waren gleichmäßig verteilt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „European respiratory journal open research“ veröffentlicht (doi: 10.1183/23120541.00155-2018).

Wahrscheinlichkeit unterscheidet sich stark

Generell hat knapp jeder fünfte Jugendliche der Studie zufolge bereits einmal eine elektronische Zigarette probiert. Dabei unterscheiden sich zwei Gruppen deutlich voneinander, je nachdem wie viel Werbung ein junger Mensch mitbekommt: Rund jeder sechste Schüler mit niedrigem Werbekontakt hat demnach schon einmal eine E-Zigarette probiert (15,9 Prozent der Schüler in der Gruppe); bei Kindern und Jugendlichen mit hohem Kontakt zu Werbung hat schon mehr als jeder dritte einen E-Glimmstängel getestet (38,5 Prozent). Somit erhöht ein hoher Werbekontakt, die Wahrscheinlichkeit eine E-Zigarette auszuprobieren um 142 Prozent, schlussfolgern die Autoren.

Die DAK fordert als Konsequenz aus ihrem Präventionsradar politische Konsequenzen: „Kinder und Jugendliche werden durch Werbung zum Rauchen verführt. Deshalb muss die Politik nun endlich ein umfassendes Werbeverbot für Tabak, Zigaretten und auch für E-Zigaretten durchsetzen“, so Kassenchef Andreas Storm. Auch eine strengere Kontrolle von E-Zigaretten und Tabakerhitzern sei nötig.

Deutschland ist das einzige europäische Land, in dem noch die Außenwerbung von Nikotinprodukten erlaubt ist. (ajo)

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