Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Stich von Petermännchen hilft ein Temperaturschock

GÖTTINGEN (pid). Zur bevorstehenden Feriensaison weist das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) in Göttingen auf Vergiftungsgefahren beim Strandurlaub hin. Auch an der deutschen Nord- und Ostseeküste gebe es giftige Meerestiere, sagt Dr. Andreas Schaper. Vor allem vor Petermännchen und Feuerquallen warnt der Toxikologe.

Veröffentlicht:

Das GIZ-Nord, das für Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Niedersachsen zuständig ist, hat im Sommer regelmäßig mit solchen Vergiftungen zu tun. In fünf Jahren gab es 130 Anfragen wegen giftiger Meerestiere. 28 Vergiftungen stuften die Experten als mittelschwer ein, die anderen waren leichter.

Wer beim Baden mit einer Feuerqualle in Kontakt kommt, sollte sofort das Wasser verlassen. Als Sofortmaßnahme empfiehlt Schaper, Essig (aus einem Restaurant) oder Rasierschaum auf das betroffene Hautareal aufzubringen. Rasierschaum trocknet, schließt die Nesselkapseln und inaktiviert sie so. Trockener Schaum sollte etwa mit einer Kreditkarte abgewischt werden.

Häufigster Verursacher von Vergiftungen an Nord- und Ostsee ist aber das Petermännchen. Im Frühjahr und Sommer halten sich die Fische zum Laichen in flachen Gewässern auf und graben sich dort in Sand und Schlamm ein, so daß nur noch die Augen sichtbar sind. Die meisten Verletzungen ereigneten sich denn auch beim Waten im niedrigen Wasser, etwa bei einer Wattwanderung. Deshalb sollte man dann Badeschuhe tragen, so Schaper.

Der Giftapparat des Petermännchens ist an den Rückenflossen sowie in einem Dorn auf dem seitlichen Kiemendeckel. Die Giftstoffe lösen sofort heftigste Schmerzen aus, die sich auf andere Körperregionen ausdehnen und über Wochen und Monate anhalten können. Meist bilden sich Schwellungen und Blasen.

Die beste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Vergiftungen durch Petermännchen ist nach Angaben der Göttinger Giftexperten die "Temperatur-Schock-Methode". Dazu wird das betroffene Haut-areal zunächst einer Temperaturerhöhung ausgesetzt, am besten mit einem Fön. Am Strand kann man auch eine brennende Zigarette nehmen. Diese wird für einige Minuten im Abstand von einem halben bis einem Zentimeter über die Hautstelle gehalten.

Direkt danach sollte man einen Eisbeutel aus der Strandbar auf die Haut legen. Die Temperaturdifferenz bewirkt, daß das Gift deaktiviert wird. Eine Studie in Südfrankreich habe gezeigt, daß die meisten Patienten bei dieser Methode innerhalb weniger Minuten beschwerdefrei waren, sagt Schaper.

Mehr zum Thema

Infektionsschutz

RKI hat Ratgeber zu HIV-Infektion/AIDS aktualisiert

Frühe Warnzeichen

Bei diesen Hautbefunden auch an Hantavirus denken

Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vom Schmerzgel bis zum Wiegenlied

Zehn Strategien gegen Impfstress

Kasuistik

Lebensgefahr! Tattoo mit schockierenden Folgen

Lesetipps
Ein Überweisungsschein liegt auf einem Tisch.

© Stockfotos-MG /stock.adobe.com

Mitbehandlung

Hartnäckige Irrtümer rund um Überweisungen

Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht