Ärzte Zeitung online, 22.03.2019

Notfallmedizinkongress

Schüler sollen Erste-Hilfe lernen

Erste-Hilfe-Maßnahmen und Herz-Lungen-Wiederbelebung gehören flächendeckend auf den Unterrichtsplan von Schulen. Das ist eine der Forderungen der Notfallärzte auf dem Notfallmedizin-Kongress.

Von Anke Thomas

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Schon in der Schule sollte Erste-Hilfe und Herz-Lungen-Wiederbelebung erlernt werden. Dazu raten Notfallmediziner.

© Matthias Balk / dpa / picture

KOBLENZ. Notfallmediziner raten zu einer flächendeckenden Einführung von Erste-Hilfe-Unterricht und Herz-Lungen-Wiederbelebung in Schulen.

Wir müssen da beginnen, wo man die Menschen noch prägen kann, nämlich in der Schule“, so Professor Rolf Rossaint, Präsident der „Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“, auf dem „10. Interdisziplinären und interprofessionellen Notfallmedizinkongress“ (DINK) am Donnerstag in Koblenz.

Rechne man alle Kosten für den Unterricht zusammen und teile man dies durch die Anzahl der Menschen, die durch helfende Schüler wahrscheinlich gerettet werden könnten, komme man auf etwa 3000 Euro pro Patient. Verglichen mit anderen Versorgungskosten im Gesundheitswesen, sei dies, so Rossaint, ein „lächerlicher Betrag“.

30.000 Einsätze pro Tag

Desweiteren kritisierten die Notfallärzte, dass sich der Patient im Dschungel der Notfallversorgung nicht mehr zurechtfinden würde. Angesichts von 30.000 Blaulicht-Einsätzen pro Tag – Tendenz steigend – sei eine Neuordnung der Notfallversorgung dringend geboten.

„Die hausärztliche Notfallversorgung ist praktisch zusammengebrochen“, warnte der Präsident der „Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie“, Professor Paul Grützner. Andere Bereiche wie der Rettungsdienst oder die Notaufnahmen hätten die Folgen dieser Entwicklung zu tragen.

Die Politik habe es versäumt, die Rahmenbedingungen an die sich rasant ändernden Verhältnisse anzupassen, beklagte Professor Uwe Janssens, Präsident der „Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“.

Spahn kündigt weitere Gesetze an

Per Video kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf dem DINK eine Neugestaltung der Notfallversorgung in Deutschland an – auch durch weitere Gesetze . Ziel müsse es sein, dort, wo es im Moment „nicht so rund“ läuft, eine bessere Notfallversorgung zu organisieren. Spahn forderte die Notfallmediziner auf, sich an der Diskussion zur Neuordnung zu beteiligen.

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