Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 11.07.2008

KOMMENTAR

Strohhalm Prävention

Von Helmut Laschet

Natürlich ist es richtig und sogar dringend, ein schlüssiges, wirksames und politisch verbindliches Konzept für die Prävention zu entwickeln. Näherungsweise ein Fünftel der Bevölkerung der Bevölkerung lebt in derart prekären Verhältnissen, dass eine massive Selbstschädigung ihrer Gesundheit programmiert ist. Unschuldig betroffen davon: Kinder. Das sind längst bekannte Fakten.

Politische Entscheider in Bund und Ländern haben darauf mit kleinteiligem und von Egoismen geprägten Streit reagiert. Kein Einigung über Kompetenzen, keine Einigung über den mit rund 200 Millionen Euro ohnedies dürftig ausgestatteten Präventionsfonds. Bereits zweimal ist ein schmalbrüstiges Gesetzesvorhaben gescheitert. Nun gibt es unverzagte Optimisten, die darauf hoffen, der Gesetzgeber könne noch in dieser Legislaturperiode einen neuen Anlauf unternehmen.

Wie es wirklich um das Projekt Prävention bestellt ist, zeigte sich beim Gesundheitswirtschaftskongress in Rostock. Gesundheitswirtschaft, Tourismus mit Wellness-Charakter - das ist für das arme Mecklenburg-Vorpommern ein Strohhalm in hoher Not. Das erklärt, warum der "Landesvater" höchstselbst zum Präventionsprotagonisten wird. Von den Politik-Vertretern aus der Hauptstadt werden Beiträge mit dem Stellenwert von Sonntagsreden abgeliefert. Dass die Krankenkassen reflexartig ihre Standard-Blockaden vortragen, gehört nur zur Vollständigkeit des Trauerspiels.

Lesen Sie dazu auch:
Vitamin für Wachstum

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Prävention: Der Geist ist willig - das Fleisch ist schwach

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Stress in der Arbeit, Demenz als Rentner?

Wer sich im Berufsleben sehr gestresst fühlt, baut als Rentner schneller geistig ab. Liegt das tatsächlich an den Arbeitsbedingungen? Forscher sind dieser Frage jetzt nachgegangen. mehr »

Weg mit dem Heilpraktikerberuf!

Die Abschaffung des Heilpraktikerberufes steht im Fokus eines aktuell publizierten Memorandums. Aufgestellt hat die Forderung der neu gegründete "Münsteraner Kreis" um die Medizinethikerin Prof. Bettina Schöne-Seifert. mehr »

Klinikärzte mahnen Diabetes-Screening an

Patienten mit Diabetes müssen länger im Krankenhaus bleiben und haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Tübinger Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass ein Diabetes-Screening für über 50-Jährige sinnvoll ist. mehr »