Ärzte Zeitung, 01.09.2008

Honorarwende für die Vertragsärzte

2,7 Milliarden Plus / Hausärzte und der Osten profitieren über Durchschnitt - aber keiner soll verlieren

BERLIN (HL). Hausärzte, Vertragsärzte im Osten und in Berlin sind die Gewinner der Honorarreform - sicher ist aber auch, dass ihre Kollegen in Bayern und Baden-Württemberg ebenfalls noch mit kleineren Zuwächsen ab 2009 rechnen können. Zugleich endet die Phase der strikten Budgetierung.

2,7 Milliarden Euro mehr und kalkulierbare Honorare gibt es für Ärzte ab dem kommenden Jahr.

Foto: M. Schmeling©www.fotolia.de/sth/sb

Nach schwierigen Verhandlungen, die mehrfach zu scheitern drohten, war am Donnerstagabend ein Honorarpaket geschnürt worden, dem die KBV und der Vorsitzende des Erweiterten Bewertungsausschusses Professor Jürgen Wasem gegen das Votum der Krankenkassen zustimmten (wie online berichtet).

Der Gesamtzuwachs 2009 beträgt 2,7 Milliarden Euro. Der Orientierungspunktwert liegt bei 3,5085 Cent. Das zusätzliche Geld steht daher für mehr Leistungen bereit, die bislang schon erbracht worden sind. Das kritisieren die Kassen. Ärzte in den neuen Ländern profitieren mit einem Zuwachs von 680 Millionen Euro (plus 20 Prozent) weit über Durchschnitt.

Ärzte in Bayern können mit einem Zuwachs von 4 bis 5 Prozent rechnen. Die Trennung der Vergütung von Haus- und Fachärzten wird fortgeführt. Sichergestellt ist, dass extrabudgetär vereinbarte Leistungen sowie Prävention nicht abgewertet werden. Sie werden im EBM aufgewertet.

In Zukunft richten sich Honorarerhöhungen nach der Morbidität, der Verlagerung von Behandlungen aus der Klinik in die Praxis und nach dem medizinischen Fortschritt. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt begrüßte das Ergebnis, das sie rasch genehmigen will.

Lesen Sie dazu auch:
Arzthonorar: Geld allein reicht nicht!
Kassen hadern mit Ergebnis
Klippe 1: Prävention und extrabudgetäre Leistungen
Klippe 2: Das Aus für Verträge über Honorarverteilung
Klippe 3: Verteilung unter Regionen und Fachgruppen

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Orientierung am kranken Menschen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »