Direkt zum Inhaltsbereich

Klippe 1

Prävention und extrabudgetäre Leistungen

Veröffentlicht:

Die Grundkonstruktion des Honorarsystems ist eigentlich einfach: Ärzte und Kassen vereinbaren eine sich aus der abgeschätzten Morbidität des nächsten Jahres ergebende Leistungsmenge (morbiditätsbedingter Behandlungsbedarf, ausgedrückt in Punktzahlen). Diese Menge wird zu einem fest vereinbarten Punktwert bewertet. Das Produkt aus beidem ist das Honorar.

Streit war in den Verhandlungen darüber entstanden, wie der morbiditätsbedingte Behandlungsbedarf zu definieren ist. Die Krankenkassen waren der Auffassung, alle Leistungen müssten einbezogen werden. Das hätte auch für Präventions- und Früherkennungsleistungen gelten sollen. Außerdem auch für solche Leistungen, die in Sonderverträgen einzelner KVen und Landeskassen extrabudgetär vergütet werden.

Beispiel Prävention: Im alten Honorarsystem sind die Leistungen überhaupt nicht gedeckelt. Bezieht man diese Leistungen in den morbiditätsbedingten Behandlungsbedarf ein, so wären sie in der Menge begrenzt. Vor allem für neue Leistungen wie das Hautkrebsscreening ein Problem. Außerdem: Die gegenwärtig geltenden Punktwerte liegen über dem Orientierungspunktwert von 3,5 Cent. Gelöst wurde dieses Problem dadurch, dass erstens Präventionsleistungen nicht in den morbiditätsbedingten Behandlungsbedarf einbezogen werden, also weiterhin überhaupt nicht budgetiert sind, und zweitens, indem im EBM die Leistungsbewertung in Punkten so hochgesetzt wird, dass der Effekt des niedrigen Orientierungspunktwerts kompensiert wird.

In ähnlicher Weise wird das Problem der extrabudgetären Leistungen gelöst. Dies führt dazu, dass die bayerischen Ärzte mit einem Plus von vier bis fünf Prozent rechnen können.

Lesen Sie dazu auch: Honorarwende für die Vertragsärzte Arzthonorar: Geld allein reicht nicht! Kassen hadern mit Ergebnis Klippe 2: Das Aus für Verträge über Honorarverteilung Klippe 3: Verteilung unter Regionen und Fachgruppen

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Orientierung am kranken Menschen

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

GKV-Sparpaket: Mehr Geld vom Bund und Aufschub fürs Pflegebudget

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Digitale Helfer

KI im Alltags-Check: So urteilen zwei Kollegen

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose

Lesetipps
Ein Kardiologe bei der Durchführung einer Katheterablation mit Radiofrequenzenergie unter Verwendung eines Bildgebungssystems mit einer Fluoroskopie-Röntgenröhre für interventionelle Gefäßverfahren und Elektrophysiologie.

© Damian / stock.adobe.com

Signifikant höhere Erfolgsquote

Persistierendes Vorhofflimmern: Müssen die Leitlinien geändert werden?