Ärzte Zeitung, 08.05.2009

Bringen die Alten die Wirtschaft in Schwung?

Mecklenburg-Vorpommern will das Potenzial älterer Menschen stärker nutzen und zugleich die steigende Nachfrage nach Gesundheitsangeboten befriedigen.

Von Dirk Schnack

Bringen die Alten die Wirtschaft in Schwung?

Gute Aussichten für die Zukunft? Alte Menschen bieten viel Potenzial.

Foto: Eastman©www.fotolia.de

"Ältere Menschen sind bereit, etwas für Ihre Gesundheit zu tun", stellte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering zum Auftakt der fünften nationalen Branchenkonferenz in Rostock fest. Diese Bereitschaft stößt im Nordosten auf Bedingungen wie Küstennähe, hohe Zahl an Kurorten sowie das breite Angebot von 64 Rehakliniken.

Nachfrager sollen bundesweit gewonnen werden. Zugleich zeigt sich aber im Land selbst hoher Bedarf. Mecklenburg-Vorpommern, das zur Wende das niedrigste Durchschnittsalter in Deutschland aufwies, ist mittlerweile das älteste Bundesland. Sellering setzt in diesem Zusammenhang große Hoffnungen auf die Telemedizin und auf das Konzept der Gemeindeschwester Agnes. Zugleich mahnte er vor rund 600 Branchenvertretern, die Möglichkeiten der Prävention besser auszuschöpfen.

Wie hoch das Potenzial der Gesundheitsbranche ist, verdeutlichte die Berliner Staatssekretärin Almut Nehring-Venus. Nach einer bislang unveröffentlichten Umfrage unter Berliner Unternehmen der Gesundheitsbranche gehen 96 Prozent von ihnen von konstantem oder steigendem Personalbedarf aus. 44 Prozent haben aktuell offene Stellen.

Neben Ärzten werden auch Altenpfleger, Physiotherapeuten, Krankenpfleger und medizinische Fachangestellte gesucht. Einstellungshindernisse sind oft fehlende Berufserfahrung und mangelnde Qualifikation. Nehring-Venus forderte die Unternehmen im Gesundheitswesen auf, stärker in die Ausbildung zu investieren. Gastgeber Professor Horst Klinkmann sieht die Politik gefordert, in der Wirtschaftskrise nicht den Stellenwert des vergleichsweise krisensicheren Gesundheitswesens zu vergessen und es weiter zu fördern. Nach den in Rostock präsentierten Zahlen sind 4,4 Millionen Menschen im deutschen Gesundheitswesen beschäftigt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »