Mehr Sportangebote für DMP-Teilnehmer gefordert

Viele DMP-Patienten kehren sportlich hochmotiviert aus der stationären Reha zurück und dann fehlen ihnen zu Hause die passenden Angebote. Zumindest für Patientinnen mit Brustkrebs will der Gemeinsame Bundesausschuss das ändern.

Von Ingeborg Bördlein Veröffentlicht:
Adäquate Sportangebote fehlen bislang in vielen Programmen für chronisch Kranke.

Adäquate Sportangebote fehlen bislang in vielen Programmen für chronisch Kranke.

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HEIDELBERG. Als "grotesk" hat es der Heidelberger Sportwissenschaftler Professor Gerhard Huber bezeichnet, dass in den Disease-Management-Programmen (DMP) für das Mammakarzinom, Diabetes und COPD noch keine Bewegungsprogramme integriert sind.

"Nach der stationären Reha kommen die Patienten sportlich hochmotiviert heraus und fallen dann in ein Loch, weil es an einem adäquaten Bewegungs- und Sportangebot fehlt", sagte Huber bei einer Veranstaltung des Interdisziplinären Zentrums für Sport- und Bewegungsmedizin (IZSB) in Heidelberg, das kürzlich gegründet worden ist.

Während KHK-Patienten bundesweit zumindest durch die ambulanten Herzgruppen ein Angebot vorfinden, herrsche bei Krebs und pulmonalen Erkrankungen noch eine "extreme Unterversorgung", kritisierte er.

GBA fordert Kassen auf

Doch das soll sich Huber zufolge nach dem Willen des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) zumindest für die Brustkrebspatientinnen ändern. Die Kassen seien vom GBA im März aufgefordert worden, Bewegungsangebote in die DMP-Programme zu integrieren.

Derzeit sind das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg (ISSW) und die Deutsche Sporthochschule in Köln damit befasst, die Evidenzgrundlage für ein solches spezielles Sportprogramm für Mammakarzinompatientinnen zu erarbeiten, sagte Huber.

Er rechnet damit, dass ein Sportangebot als Teil des DMP-Programms zunächst beim Mammakarzinom etabliert werden wird.

IZSB Heidelberg

Das IZSB in Heidelberg ist ein Zusammenschluss aller Abteilungen und Institute an der Universität Heidelberg, die sich wissenschaftlich mit Sport und Bewegung befassen.

Durch den Verbund sollen "optimale Voraussetzungen für translationale Forschung, Patientensport, Betreuung von Leistungssportlern sowie für die Lehre und Nachwuchsförderung geschaffen werden", erklärte der Leiter der Abteilung für Sportmedizin am Universitäts-Klinikum Heidelberg und IZSB-Vorsitzender Professor Peter Bärtsch bei der Eröffnungsveranstaltung.

Außer dieser Abteilung gehören dem IZSB die Orthopädische Universitätsklinik, das Institut für Sportwissenschaft (ISSW) der Universität Heidelberg, das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) und der Olympiastützpunkt Rhein-Neckar an.

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