Ärzte Zeitung online, 14.12.2017

Thüringen

Landtag bringt Krebsregister auf den Weg

Daten aus fünf Tumorzentren in Thüringen werden in dem Register zusammengeführt.

ERFURT. Thüringen hat die Grundlagen für ein klinisches Landeskrebsregister geschaffen. In der letzten Sitzung dieses Jahres stimmte der Landtag am Mittwoch mit großer Mehrheit dem Thüringer Krebsregistergesetz zu.

Der Freistaat setzt damit eine Verpflichtung aus dem Krebsfrüherkennungs- und –registergesetz des Bundes um, das die Bundesländer zur Einrichtung solcher Register verpflichtet. In Thüringen erhalten jährlich 15.000 Menschen die Diagnose Krebs.

Das Register soll bestimmte, für die Beurteilung des Behandlungsverlaufs bei Krebs wichtige Kriterien aus den fünf Thüringer Tumorzentren in Jena, Erfurt, Suhl, Gera und Nordhausen – die bereits seit etwa 25 Jahren flächendeckend Krebsdaten erfassen – zusammenführen. Ziel ist die Verbesserung der Behandlungsqualität.

Die regionalen Tumorzentren sollen das Landeskrebsregister gemeinsam betreiben. Thüringen entschied sich für eine GmbH als Rechtsform. Die Registerzentralstelle soll die gesammelten anonymen Patientendaten auswerten. Die in die Krebstherapie eingebundenen Ärzte sind verpflichtet, die Daten an das Register zu melden.

Die Kosten des Registeraufbaus liegen nach früheren Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums bei rund 350.000 Euro. Davon tragen das Land 150.000 Euro und die Deutsche Krebshilfe 200.000 Euro. Den laufenden Betrieb finanzieren die Krankenkassen mit 90 und das Land mit zehn Prozent.

Die Zentralstelle ist auch für den Datenaustausch mit anderen Krebsregistern verantwortlich. Das gilt vor allem für das gemeinsame epidemiologische Krebsregister der ostdeutschen Länder, das aus dem nationalen Krebsregister der DDR hervorgegangen ist. Mit mehr als drei Millionen erfasster Krebsfälle gilt es als die wohl größte derartige Krebsdatensammlung in Deutschland.(zei)

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