Ärzte Zeitung, 06.01.2016

Biosimilars

Pro Generika sieht Chancen ungenutzt

BERLIN. 2015 sind nach Angaben des Branchenverbandes Pro Generika die Patente von Biopharmazeutika mit einem Umsatzvolumen von 1,34 Milliarden Euro ausgelaufen.

Das ist erstmals deutlich mehr als das Umsatzvolumen patentfrei gewordener chemischer Präparate von rund 500 Millionen Euro.

Der Patentablauf gentechnisch hergestellter Arzneimittel ist der Startschuss für die Einführung von Biosimilars und damit in den Preiswettbewerb auf dem Markt von biopharmazeutischen Produkten.

Vor diesem Hintergrund fordert Pro Generika den Gesetzgeber auf, die Rahmenbedingungen zugunsten von mehr Wettbewerb zu korrigieren. Begründet wird die Forderung damit, dass Hersteller von Originalen kurz vor Patentablauf mit den Krankenkassen Rabattverträge abschließen, um den Markteintritt von Biosimilars zu erschweren.

Wo es, wie bei der AOK Baden-Württemberg, solche Rabattverträge mit Originalherstellern gibt, liegt nach der Deutschen Presseagentur vorliegenden Statistiken der Marktanteil der Biosimilars deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Die höchsten Versorgungsanteile mit Biosimilars sind dort festzustellen, wo es keine Rabattverträge gibt, etwa bei der AOK Rheinland/Hamburg. Statt auf kurzfristige Einsparungen abzuzielen, sollte laut Pro Generika der Preiswettbewerb langfristig eine Chance haben. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »