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Arzneimittelaufsicht

Verheddert im föderalen Behördennetz

Sogar dem BfArM-Chef, Professor Karl Broich, ging der Valsartan- Rückruf zu langsam.

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Prof. Dr. Karl Broich, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, kritisiert die Rückrufprozesse im Fall Valsartan.

Prof. Dr. Karl Broich, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, kritisiert die Rückrufprozesse im Fall Valsartan.

© BfArM

BONN. Der Präsident des Bundesinsitituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Professor Karl Broich, fordert mehr Durchgriffsrechte für seine Behörde in Notsituationen. Im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt" äußerte sich Broich erstmals öffentlich zum Rückruf nitrosaminbelasteter Valsartane, der seit Wochen bundesweit für Aufmerksamkeit sorgt.

Angesichts derzeit 37 auf Länderebene verantwortlicher Überwachungsbehörden, gebe es bei Arzneimittelrückrufen "zwangsläufig Verzögerungen", so der Behördenchef. Ihm persönlich sei der Rückruf auch "zu langsam" gegangen. "Ziel muss es sein, dass es künftig eine Anlaufstelle gibt, die eine schnelle Koordination und Kommunikation übernimmt. Wir stehen als BfArM dafür bereit."

Der Informationsfluss während der heißen Phase des Valsartan-Rückrufs war wiederholt kritisiert worden. Bundesgesundheitsminister Spahn hat bereits durchblicken lassen, gesetzgeberischen Handlungsbedarf zu prüfen, um dem BfArM künftig mehr Kompetenzen bei der Abwicklung von Produktrückrufen einzuräumen.

Nach Lösungen für Qualitätsprobleme infolge sich verschärfenden Generikawettbewerbs befragt, schlägt Broich vor, auch die Hersteller in die Pflicht zu nehmen. Sie sollten entweder mehrere Wirkstoffanbieter haben "oder aber soviele Arzneien bevorraten, dass man im Falle eines Rückrufs sicher sein kann, noch genug saubere Ware zu bekommen". Um in Krisensituationen auch potenziell betroffene Patienten "schnellstmöglich" erreichen zu können, sei etwa über eine nationale Gesundheitsdatenbank nachzudenken. (cw)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Lehren aus dem Skandal

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