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Ärzte Zeitung, 14.04.2010

Bremer Kliniken sehen die Entwicklung der Arztzahlen mit großer Sorge

Wartelisten für Patienten, weil Ärzte fehlen? Für die Krankenhausgesellschaft ein denkbares Szenario.

Von Christian Beneker

BREMEN. Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Bremen, fürchtet, dass Ärztemangel den 15 Bremer Kliniken hart zusetzen wird. Auch wenn die Bremer Häuser derzeit noch relativ gut dastünden, so Zimmer, "müssen wir in zehn Jahren mit einer Priorisierung der Leistungen rechnen - vorausgesetzt, der heutige Trend setzt sich fort".

Zimmer erwartet im Zweifel monatelange Wartezeiten zum Beispiel für größere Operationen. Offenbar zeichnet sich vor allem bei den Anästhesisten und Chirurgen in mancher Bremer Klinik künftig ein Mangel ab. "Chirurgie zum Beispiel ist ein männliches Fachgebiet", so Zimmer, "im Medizinstudium kommen immer mehr aber Frauen nach - das kann für die Chirurgie einen größeren Mangel bedeuten, weil Frauen tendenziell andere Fachgebiete bevorzugen". Deshalb rechne er mit Wartelisten für Patienten. "Wenn vorher eine Menge Blinddärme operiert werden müssen, müssen die Hüften eben länger warten."

Wenn außerdem - wie geplant - das nahe gelegene Oldenburg eine medizinische Fakultät erhalten würde, könnte es in Bremen noch enger werden. "Eine Uniklinik in Oldenburg würde viel Personal abziehen, so Zimmer. Um den Trend zu stoppen, fordert Zimmer, unter anderem eine gestraffte Facharztausbildung und "eine stärkere Kaskade der Delegation von Leistungen", so Zimmer. Schwestern müssen nicht das Essen austeilen, das können Stationshelferinnen auch machen. Schwestern könnten dafür öfter Blut abnehmen oder die Dokumentation für die Ärzte erledigen.

Studien zu Folge fallen pro Tag und Klinikarzt an die drei Stunden Dokumentation an. Für die OP forderte Zimmer die staatliche Anerkennung des operationstechnischen Assistenten. Um mehr Ärztinnen an die Kliniken zu binden, forderte Zimmer, dass Familie und Klinikalltag stärker vereinbar sein müssen. "In Bremen haben vier Krankenhäuser ein Familie-Beruf-Audit durchlaufen", erklärte der Geschäftsführer, "das Ergebnis: Manche Mitarbeiterinnen haben Verträge über nur zehn Wochenstunden - und das klappt."

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