Ärzte Zeitung, 05.07.2010

Warten, bis der Arzt kommt? Patienten in Niedersachsen brauchen kein Sitzfleisch

Das Klischee von zermürbenden Wartezeiten auf einen Arzttermin stimmt nicht - jedenfalls nicht in Niedersachsen. Nach einer TK-Untersuchung sind rund 90 Prozent der Patienten mit der Wartezeit zufrieden.

Von Christian Beneker

Warten, bis der Arzt kommt? Patienten in Niedersachsen brauchen kein Sitzfleisch

Zwei von drei Patienten sind mit der Wartezeit in der Praxis zufrieden.

© Pleuel / dpa

HANNOVER. Einer Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge ist mehr als jeder zweite Niedersachse (53,4 Prozent) sehr zufrieden mit der Wartezeit auf einen Arzttermin. Rund 35,2 Prozent sind eher zufrieden und nur elf Prozent sind unzufrieden mit der Vergabe eines Termins. Über zwei Drittel der Befragten äußerten sich zudem positiv zur Wartezeit in der Arztpraxis. Ulrike Fieback, Sprecherin der TK in Niedersachsen, erklärte: "Wenn man sich die hohen Zufriedenheitswerte hinsichtlich Terminvergabe anschaut, dann kann man in Niedersachsen nicht von einer "Zwei-Klassen-Medizin" oder einem "Zwei-Klassen-Service" sprechen. Damit sei das Klischee von der tiefen Kluft zwischen den privilegierten Privatpatienten auf der einen Seite und den gesetzlich Versicherten auf der anderen widerlegt, hieß es.

Zur Zufriedenheit der Patienten beigetragen haben die schnelle Terminvergabe und kurze Wartezeiten, die in viele Versorgungsverträge der Kassen und Hausarztverträge integriert sei, erklärte die TK. Bei Hausarztverträgen der Kasse haben sich die teilnehmenden Ärzte verpflichtet, mindestens einmal in der Woche längere Sprechzeiten einzurichten. Außerdem sollen Patienten bei vereinbarten Terminen nicht länger als 30 Minuten in der Praxis warten. Falls eine Überweisung an einen Facharzt notwendig ist, sollen die Hausärzte helfen, den Patienten zügig einen Termin zu vermitteln.

Das "Wissenschaftliche Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen" hat im Januar 1000 Personen telefonisch befragt. 53,8 Prozent waren weiblich, 28,1 Prozent gaben an, entweder in Rente, Pension oder Vorruhestand zu sein.

Weitere Informationen zur Befragung: www.tk-online.de/lv-niedersachsen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »