Ärzte Zeitung online, 28.04.2014
 

Universitätsmedizin

DGIM in großer Sorge

Dauerbaustelle Universitätsmedizin: Auch wenn Union und SPD die Finanzprobleme in ihrem Koalitionsvertrag zum Thema gemacht haben: Die DGIM fordert schnelles Handeln.

Unimed_AH.jpg

Forschung an der Uni Köln.

© CECAD, Universität zu Köln

WIESBADEN. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin hat beim Internistenkongress erneut mit Nachdruck klargestellt, dass eine adäquate medizinische Versorgung der Bevölkerung in Zukunft nur gewährleistet werden kann, wenn alle drei Bereiche der Universitätsmedizin - Forschung, Lehre und Krankenversorgung - auch ausreichend finanziert sind.

In seiner Eröffnungsrede zum Internistenkongress, die der "Ärzte Zeitung" vorlag, forderte Kongresspräsident Professor Michael Manns faire Rahmenbedingungen. Es könne nicht länger angehen, dass die Krankenversorgung in der Universitätsmedizin von vornherein ein strukturelles Defizit aufweise.

Manns würdigte die Tatsache, dass die strukturelle Unterfinanzierung der Unimedizin zumindest als Problemfeld in den Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung aufgenommen worden sei. Der Vertrag von Schwarz-Rot sieht vor, dass die besonderen Aufgaben der Universitätskliniken und der Krankenhäuser der Maximalversorgung besser im DRG-System vergütet werden sollen.

Dennoch mahnte der Kongresspräsident Handlungsbedarf an: "Wenn die aktuelle Entwicklung anhält - über 50 Prozent der Unikliniken schreiben rote Zahlen, das Gesamtdefizit aller Universitätskliniken übersteigt 160 Millionen Euro - werden zu viele Kräfte und Energien in der Universitätsmedizin im ökonomischen Überlebenskampf gebunden, die schließlich der Forschung verloren gehen", sagte der Kongresspräsident.

DGIM-Generalsekretär Professor Ulrich R. Fölsch forderte bei einer Pressekonferenz eine dritte Finanzierungssäule für Hochschulkliniken - denkbar als Systemzuschlag auf jeden abzurechnenden Fall. Das Geld dafür könne etwa aus dem Gesundheitsfonds kommen.

Das System der dualen Vergütung durch Länder und Krankenkassen in den Unikliniken sei nicht kostendeckend. Die Unimedizin übernehme neben Forschung und Lehre immer mehr Leistungen in der Krankenversorgung, dieser Mehraufwand werde aber finanziell nicht abgebildet. (fuh)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »