Ärzte Zeitung, 13.01.2017
 

Kommentar zum Entlassmanagement

Arzt- oder Luftnummer?

Von Anno Fricke

Der Übergang vom stationären in den ambulanten Behandlungssektor ist ein neuralgischer Punkt der Versorgung. Hier müssen dringend und systematisch Verbesserungen geschaffen werden. Den Bedarf gibt es heute schon, und er wird in Zukunft wachsen. Mehr ältere und alleinstehende Menschen brauchen die medizinisch und pflegerisch geordnete Entlassung aus dem Krankenhaus.

Das wissen auch die Vertreter der Deutschen Krankenhausgesellschaft, die jetzt mit einer Klage einen möglichen Fortschritt in der sektorenübergreifenden Versorgung von Patienten zumindest verzögern könnten.

Im Kern geht es darum, dass die Krankenhausseite den Qualitätsbegriff für Vertragsärzte nicht übernehmen will. Deshalb stemmt sie sich gegen die vom Schiedsamt beschlossene Registrierung der am Entlassmanagement teilnehmenden Ärzte bei den KVen mit lebenslanger Arztnummer.

Würden die Krankenhäuser dies nämlich akzeptieren, müssten sie generell den Facharztstatus für von Krankenhäusern ambulant erbrachte Leistungen einführen. Weil die Kliniken den nicht garantieren können, fordern sie sogar eine gesetzliche Klarstellung, dass eine Verwendung der lebenslangen Arztnummer in den Ambulanzbereichen der Kliniken ausgeschlossen wird.

Lesen Sie dazu auch:
Entlassmanagement: DKG klagt vor dem Sozialgericht

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Berufspolitik (18006)
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DKG (918)
[13.01.2017, 07:38:59]
Karlheinz Bayer 
das Stichwort heißt Qualitätssicherung

Bislang sieht es so aus, daß wir Niedergelassenen die teils haarstäubenden Therapie-Entlaß-Empfehlungen zeitraubend und mühsam korrigieren und bereinigen müssen, oft genug dem Patienten erklären, daß die vorgeschlagenen Mittel weder zugelassen noch verträglich sind.

Wenn nicht nur gedankenlos Entlaß-Vorschlägegemacht werden dürften, in oftmals nicht einmal von fertigen Ärzten unterzeichneten Entlaßbriefen, sondern sich die Rezepteaussteller auch ihrer Verantwortung stellen, die z.B. auch Rergresse und Kunstfehler mit einschließt, würde es entschieden besser werden.

Letztes Beispiel diese Woche in meiner Praxis war ein Entlaßbrief aus einer Uni-Klinik mit sage uind schreibe 14 Medikamenten, darunter allein 5 Psychopharmaka, unterschrieben von vier Unterschriften, auf Nachfrage aber erstellt von einer PJ-Studentin. Die drei Unterschriften daneben, Chefarzt, Oberarzt, Stationsarzt sind wohl in einer Sammelmappe entstanden.
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