Ärzte Zeitung online, 18.09.2017

Hausärztetag 2017

Hausärzte und ihr Anspruch

Kommentar von Wolfgang van den Bergh

Für den Hausärzteverband heißt die Strategie: Kante zeigen. Das gilt für die neuen EBM-Ziffern zur palliativmedizinischen Versorgung ebenso wie für die Debatte, wer außer Hausärzten an der Grundversorgung teilnehmen soll. Nachzulesen ist das im Leitantrag, dem die Delegierten einstimmig ihr Votum gegeben haben.

Damit macht der Verband ein doppeltes Fass auf – zum einen in Richtung Spitzenverband der Fachärzte und zum anderen in Richtung hausärztliche KBV-Vertretung. In beiden Lagern, insbesondere auch zum Internistenverband, standen die Zeichen eher auf Annäherung.

Die KBV ist angesichts der Vorwürfe "not amused", hält sich aber mit scharfen Gegenreaktionen zurück und verweist nicht ganz zu Unrecht auf die Intention des Gesetzgebers. Der verlangt eine besonders qualifizierte und koordinierte palliativmedizinische Versorgung. Dem habe man mit den Ziffern Rechnung getragen. Der Verband hält das für überflüssig und fürchtet, ausgebootet zu werden.

Der Streit ist schädlich, weil er die alten Reflexmuster eines harten Verteilungskampfs heraufbeschwört. Die Politik hält sich (noch) zurück. Es würde Sinn machen, einen Kompromiss auszuloten, wohlwissend, dass die Fronten aktuell extrem verhärtet sind.

Lesen Sie dazu auch:
Deutscher Hausärztetag: Hausärzte wollen die Primärversorgung nicht teilen

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (20847)
Organisationen
KBV (7343)
Personen
Wolfgang Van Den Bergh (681)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »