Kommentar – Hausärztetag 2017

Hausärzte und ihr Anspruch

Von Wolfgang van den BerghWolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Für den Hausärzteverband heißt die Strategie: Kante zeigen. Das gilt für die neuen EBM-Ziffern zur palliativmedizinischen Versorgung ebenso wie für die Debatte, wer außer Hausärzten an der Grundversorgung teilnehmen soll. Nachzulesen ist das im Leitantrag, dem die Delegierten einstimmig ihr Votum gegeben haben.

Damit macht der Verband ein doppeltes Fass auf – zum einen in Richtung Spitzenverband der Fachärzte und zum anderen in Richtung hausärztliche KBV-Vertretung. In beiden Lagern, insbesondere auch zum Internistenverband, standen die Zeichen eher auf Annäherung.

Die KBV ist angesichts der Vorwürfe "not amused", hält sich aber mit scharfen Gegenreaktionen zurück und verweist nicht ganz zu Unrecht auf die Intention des Gesetzgebers. Der verlangt eine besonders qualifizierte und koordinierte palliativmedizinische Versorgung. Dem habe man mit den Ziffern Rechnung getragen. Der Verband hält das für überflüssig und fürchtet, ausgebootet zu werden.

Der Streit ist schädlich, weil er die alten Reflexmuster eines harten Verteilungskampfs heraufbeschwört. Die Politik hält sich (noch) zurück. Es würde Sinn machen, einen Kompromiss auszuloten, wohlwissend, dass die Fronten aktuell extrem verhärtet sind.

Lesen Sie dazu auch: Deutscher Hausärztetag: Hausärzte wollen die Primärversorgung nicht teilen

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