Ärzte Zeitung online, 06.08.2018

Kommentar

Dienstpflicht ist staatlicher Zeitdiebstahl

Von Helmut Laschet

gp

Schreiben Sie dem Autor gp@springer.com

Man muss das Ding beim Namen nennen, das die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer in die Welt gesetzt hat: Zwangsarbeit und staatlicher Zeitdiebstahl an der jungen Generation – Menschen, die in den nächsten Jahrzehnten die Bürde der gesellschaftlichen Alterung zu tragen haben.

Betroffen sind Jahrgänge in einer Größenordnung von 650.000 bis knapp 800.000 Menschen. Schier undenkbar, für eine solche Zahl auch nur annähernd sinnvolle gemeinnützige Aufgaben zu finden. Die Gesellschaft braucht nicht ungelernte Zwangsarbeiter, sondern qualifizierte und motivierte Menschen. Das gilt insbesondere auch im sozialen Bereich und vor allem in der Pflege.

Eine examinierte Krankenschwester kann nicht durch drei zwangsverpflichtete junge Menschen ersetzt werden. Gemeinsinn entsteht nicht durch staatlichen Zwang, wie manche Unionspolitiker glauben, sondern durch Vorbild und Erziehung. Erinnern wir uns an Willy Brandt, der in seiner ersten Regierungserklärung sagte: "Die Schule der Nation ist – die Schule."

Lesen Sie dazu auch:
Zustimmung und Skepsis: Mehr soziale Hilfen durch allgemeine Dienstpflicht?

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mehr Beachtung für die Diastole!

Dem diastolischen Blutdruck wird weniger Bedeutung geschenkt als dem systolischen. Dabei sind diastolische Werte ein unabhängiger Risikofaktor für Infarkt und Schlaganfall. mehr »

Ebola-Helfer fordern rasche Unterstützung

Noch immer klappt es nicht, den Ebola-Ausbruch im Kongo unter Kontrolle zu bekommen. Jetzt hat die WHO einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Hilfsorganisationen fordern weitere Impfstoffe und finanzielle Hilfe. mehr »

Drei Gesetze auf einen Streich

Gesundheitsminister Spahn in Höchstform: Dem Bundeskabinett präsentiert er drei ambitionierte Reformpläne – und die werden abgenickt. Nach der Sommerpause berät der Bundestag darüber. Es dürfte turbulent werden. mehr »