Ärzte Zeitung online, 26.02.2014
 

Zigaretten

Schockbilder sollen bald Raucher abschrecken

Mehr Schutz vor Rauch und Dampf: Die EU schiebt etliche Verschärfungen bei Tabakprodukten und E-Zigaretten an.

STRAßBURG. Das EU-Parlament hat am Mittwochmittag mit sehr großer Mehrheit für Schockbilder auf Zigarettenpackungen und weitere strengere Vorschriften gestimmt. Mit den Warnhinweisen sollen besonders Jugendliche vom Griff zur Zigarette abgeschreckt werden.

Die neuen Regeln sollen ab Frühjahr 2016 gelten. Auch bestimmte Aromastoffe sollen in Zukunft verboten werden. Geplant ist zudem ein Verbot von Menthol-Zigaretten ab 2020. Die EU-Kommission soll eine Liste mit erlaubten Zusatzstoffen ausarbeiten.

Warnhinweise sollen, wie von den Regierungen der EU-Staaten vereinbart, auf den Packungen 65 Prozent der Vorder- und Rückseite ausmachen. Die EU-Kommission hatte ursprünglich 75 Prozent empfohlen.

Aktuell bedecken die schwarz-weißen Warnhinweise 30 Prozent der Vorderseite und 40 Prozent der Rückseite der Zigarettenpäckchen. Verharmlosende Werbung soll verboten werden - beispielsweise Beschreibungen wie "mild" oder "natürlich".

Slim-Zigaretten dürfen auch in Zukunft weiter verkauft werden, allerdings werden verführerische Verpackungen etwa in Form von Lippenstiften verboten.

Auch der Verkauf von elektronischen Zigaretten soll reguliert werden. Sie können entweder als Medizinprodukt in einer Apotheke oder als Verbraucherprodukt im Tabakladen verkauft werden.

Im Laden dürfen sie allerdings nicht mehr als 20 Milligramm pro Milliliter (mg/ml) Nikotin enthalten. In Apotheken werden schon heute "E-Zigaretten" verkauft, mit denen man sich das Rauchen abgewöhnen kann. (dpa)

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