Ärzte Zeitung online, 26.01.2018

Medizintechnik

Vietnams MedTech-Bedarf bleibt hoch

Vietnam wird reicher und die Bevölkerung fragt eine bessere medizinische Versorgung nach. Kliniken müssen aufrüsten.

Von Matthias Wallenfels

HANOI. Vietnams Bedarf an medizinisch-technischen Geräten bleibt hoch. Wie die deutsche Außenhandelsagentur Germany Trade & Invest (gtai) hinweist, fehle es insbesondere den staatlichen Krankenhäusern an hinreichender und moderner Ausrüstung, die über die Grundausstattung hinausgeht.

Wachsende Einkommen der Bevölkerung und die Bereitschaft, für Gesundheitsleistungen zuzuzahlen, ließen die Ansprüche steigen und befeuerten die Nachfrage nach hochwertiger Ausstattung.

Das Markforschungsinstitut Business Monitor International (BMI) prognostiziert laut gtai für den Zeitraum von 2016 bis 2021 ein durchschnittliches Wachstum des Medizintechnikmarktes von 9,4 Prozent pro Jahr und erwartet bis 2021 eine Steigerung der Marktumsätze auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Besondere Erwartungen richteten sich auf orthopädische Hilfsmittel und Prothesen, für die das Institut Steigerungen von jährlich 12,3 Prozent ansetze.

Nachfragetreiber sei neben der wachsenden Bevölkerung auch der steigende Anteil der Älteren. So werde die Anzahl der 60- bis 79-Jährigen in 15 Jahren rund acht Millionen Menschen betragen. Altersbedingte Krankheiten, wie die des Bewegungsapparates oder Krebs-, Herz- oder Kreislauferkrankungen, nähmen zu.

Staatliche Versicherung deckt immer mehr Bürger ab

Die Ausweitung der landesweiten Krankenversicherung führe zur steigenden Inanspruchnahme medizinischer Dienstleistungen. So habe die staatliche Pflichtversicherung im November 2017 nach Aussagen von Vietnam Social Security bereits 84 Prozent der Bevölkerung abgedeckt. Bis 2020 sollten 90 Prozent aller Einwohner gesetzlich krankenversichert sein.

Für das gesamte Gesundheitswesen sollen laut Regierungsplänen von 2016 bis 2020 rund 32 Milliarden Dollar aufgewendet werden, so gtai weiter. Allerdings sei die exakte Finanzierung noch unklar. Insbesondere der Ausbau der regionalen Krankenversorgung werde forciert, um den Andrang auf die Krankenhäuser vor allem in Hanoi und Ho Chi Minh City zu senken.

Auch Privatinvestoren planten vermehrt hochwertige Projekte. Die rund 230 teils vietnamesisch, teils ausländisch finanzierten Privatkrankenhäuser seien nicht an öffentliche Ausschreibungsmechanismen gebunden, sie könnten Aufträge direkt vergeben, wie es heißt.

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