Ärzte Zeitung, 04.06.2009

Demenzkranke sind häufig fehlversorgt

Barmer und Merz legen Studie zur Versorgungssituation von Patienten mit Alzheimer-Demenz vor

BERLIN (hom). Die Versorgungssituation von Patienten mit Diagnose Alzheimer-Demenz lässt in Deutschland zu wünschen übrig.

Foto: Ocskay Bence ©www.fotolia.de

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die das Institut für Empirische Gesundheitsökonomie (IfEG) im Auftrag der Barmer Ersatzkasse und des Pharmaunternehmens Merz erstellt hat. Untersucht wurden 21 512 Patienten mit Alzheimer-Demenz. Etwa ein Drittel von ihnen erhielt laut Studie keine gezielte Therapie. Die Hälfte der Patienten bekam keine spezifischen Antidementiva, sondern wurde nur mit Psychopharmaka, Hypnotika oder Sedativa behandelt - und das, obwohl die antidementive Behandlung zu deutlich geringeren Folgekosten führe.

"Wir brauchen mehr Wissen, um eine gezieltere Behandlung von Demenzkranken zu ermöglichen", erklärte Birgit Fischer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer. Deshalb müsse die Versorgungsforschung in diesem Bereich weiter ausgebaut werden. "Es geht nicht nur um Kosten, sondern um eine bessere Versorgung der Patienten."

Betroffene kämen häufig sehr spät mit Fachärzten in Kontakt, kritisierte Fischer. Diese Unter- und Fehlversorgung bedeute ein "schnelleres Fortschreiten" der Krankheit und verschiebe die Kosten aus der Kranken- in die Pflegeversicherung. In Deutschland leiden heute 1,1 Millionen Menschen an Demenz. Bis 2050 soll die Zahl auf bis zu 2,5 Millionen steigen.

Lesen Sie dazu auch:
"Alzheimer-Diagnose fällt Ärzten oft schwer"
Die Angst der Ärzte vor der Diagnose

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