Ärzte Zeitung, 08.03.2013

Kommentar zum GKV-Rekordüberschuss

Ein goldenes Polster?

Von Helmut Laschet

Mit 28,3 Milliarden Euro haben Krankenkassen und Gesundheitsfonds ein historisch einmaliges Finanzpolster aufgebaut. Ursächlich sind die stabile Arbeitsmarktlage, aber auch der eiserne Sparwille des GKV-Spitzenverbandes und die seit zweieinhalb Jahren erhobenen erhöhten Zwangsrabatte auf Arzneimittel.

Doch die Reserve wird spätestens im laufenden Jahr sinken. Zum einen wird der Bundeszuschuss gekürzt, ferner steigt die Belastung der Kassen aufgrund des Wegfalls der Praxisgebühr. Und die Prämienzahlungen an Versicherte gehen ebenfalls zulasten der Reserven. Automatisch entfällt überdies zum Jahreswechsel 2013/2014 der erhöhte gesetzliche Rabatt auf Arzneimittel.

Vor diesem Hintergrund erscheint verständlich, dass Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr weitere Begehrlichkeiten des Finanzministers nicht bedienen will. Vorsorglich macht Bahr darauf aufmerksam, dass schon jetzt mit dem Bundeszuschuss von knapp 14 Milliarden Euro nur 40 Prozent der familienpolitisch bedingten Ausgaben der GKV gedeckt sind.

Andererseits: Mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz von 2007 ist die Finanzautonomie der Kassen aufgegeben worden. Was sie künftig an Mitteln bekommen, unterliegt dem (finanz-)politischen Primat.

Lesen Sie dazu auch:
Krankenkassen: Goldschatz wächst und wächst

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »