Ärzte Zeitung online, 15.05.2019

Kommentar

Zunächst nur Beruhigungspille

Von Matthias Wallenfels

matthias.wallenfels

Schreiben Sie dem Autor matthias.wallenfels@springer.com

Der Erfahrungsbericht der Bundesregierung über die Durchführung des Stammzellgesetzes für 2016/17 ist zunächst nur eine Beruhigungspille für alle, die Deutschland gerne an der internationalen Speerspitze der Stammzellforschung sehen möchten. Weiterhin nähmen zwar Staaten mit starken Programmen für die Stammzellforschung, wie China, Israel, Japan, oder die USA im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein, konzediert die Regierung.

Allerdings: So ganz auf eigenen Füße kann die Stammzellforschung in Deutschland vor allem aufgrund der durch das im Juli 2002 in Kraft getretene Stammzellgesetz eingeengten Optionen nicht stehen. Nicht zuletzt dank öffentlicher Förderprogramme könne sie den Anschluss halten, liest es sich im Bericht.

Hoffnung schöpfen können in Deutschland tätige Stammzellforscher auf einen medizinethischen Paradigmenwechsel, der sich am – noch recht fernen – Horizont abzeichnet. Es ist schon ein bemerkenswerter Fortschritt, wenn für die Mehrheit im Deutschen Ethikrat die menschliche Keimbahn keine sakrosankte Tabuzone mehr ist.

Doch wie weit soll die Stammzellforschung wirklich gehen dürfen? Dafür bedarf es vieler grauer Zellen, um zeitgemäße und ethisch vertretbare Rahmenbedingungen aufzustellen.

Lesen Sie dazu auch:
Erfahrungsbericht der Bundesregierung : Stammzellen – der Stoff für medizinische Forscherträume

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Künstliches Pankreas punktet im Alltag

Ein „closed loop“ aus sensorgestützter Glukosemessung und Insulinpumpe kann die Stoffwechseleinstellung bei Diabetes deutlich verbessern, zeigt eine US-Studie auf. mehr »

Tuberkulose bleibt die infektiöse Todesursache Nummer 1

Inzidenz und Mortalität der Tuberkulose gehen einem WHO-Report zufolge weltweit zurück. Die für 2020 angestrebten Ziele sind trotzdem außer Reichweite. mehr »

Galenus-Preis 2019 – Das sind die Gewinner

Herausragende pharmakologische Forschung und ehrenamtliches Engagement: Springer Medizin würdigte dies mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis und dem Charity Award. mehr »