Ärzte Zeitung online, 15.03.2018

DAK-Gesundheitsreport

Rückenpatienten fluten die Notaufnahmen

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Problem für das Gesundheitssystem: Patienten strömen deswegen häufig in die Ambulanzen, so eine Analyse.

Rückenpatienten stürmen die Notaufnahmen

Rücken im Fokus: Immer mehr Patienten kommen in die Krankenhäuser wegen Rückenproblemen, auch wenn Praxen offen haben.

© VRD / stock.adobe.com

BERLIN. "Rätsel Rücken" nennt die DAK-Gesundheit ihren diesjährigen Gesundheitsreport. Dabei ist die Anzahl an Patienten, die wegen Rückenschmerzen in die Kliniken kommen, wenig rätselhaft: Mit 220.000 Fällen ist dem Report zufolge 2016 ein Rekord erreicht worden. In neun Jahren ist die Zahl um 80 Prozent gestiegen.

Rückenpatienten nehmen die Notaufnahme dabei nicht nur außerhalb der Praxiszeiten in Anspruch: Zwischen acht und elf Uhr an Werktagen erhöht sich die Anzahl der Notfallaufnahmen wegen Rückenschmerzen um zwei Drittel, so die DAK-Gesundheit in der Analyse. Der Kassenchef, Andreas Storm, plädiert in einer Mitteilung zur Lösung des Problems für Portalpraxen, MVZ, teilstationäre Angebote und einen besseren Terminservice.

Jeder Dritte beim Arzt

Nicht ganz ein Drittel konsultierte im letzten Jahr wegen Rückenschmerzen einen Arzt. 77 Prozent dieser Patienten gab sich mit der Behandlung durch einen Arzt zufrieden, 18 Prozent besuchte einen zweiten Arzt und 4 Prozent gingen zu drei Medizinern.

Nach Atemwegsinfektionen sind Rückenprobleme laut Report die zweithäufigste Einzeldiagnose in Krankschreibungen. 35 Millionen Ausfalltage im Beruf pro Jahr rechnet die Kasse vor – die TK kommt dagegen in ihrer Analyse auf beinahe 60 Millionen Tage.

DAK-Gesundheitsvorstand Storm sieht ungelöste Probleme: "Trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement gibt es keine signifikante Verbesserung" bei den Arbeitsunfähigkeitsmeldungen wegen Rückenschmerzen. Unternehmen seien am Ball und müssten die Arbeitsumgebung noch rückenfreundlicher gestalten. (ajo)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[16.03.2018, 08:16:47]
Norbert Meyer 
Rätsel ?
Wenn eine kraft-intensive mehrmalige Therapie mit dem med. Funktionstraining angeordnet werden würde und der Patient über Selbstzahler bereitwillig weitermacht
gibt es hervorragende tragende Ergebnisse, gegen die muskulären Dysbalancen und ihren langjährigen Vor- abfolgen, trainiert die passiven Systeme intensiv mit Muskelaufbau.Weg vom begrenzenden Heilmittelkatalog und den Leitlinien! zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

628 Kliniken soll Geld gestrichen werden

17:00Hunderte Krankenhäuser sollen nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses keinen Zuschlag mehr für die Notfallversorgung erhalten. mehr »

Junge Besucher waren "Verjüngerungskur für DGIM"

Die "Ärzte Zeitung" hat den letzten DGIM-Kongresstag mit der Kamera begleitet. Tagungspräsident Sieber hat uns dabei Rede und Antwort gestanden - und erzählt, was ihn in den Tagen begeistert hat. mehr »

Keuchhusten - längst keine Kinderkrankheit mehr

An Pertussis erkranken in Deutschland vor allem Erwachsene. Sie stellen eine Gefahr für Säuglinge dar. Wir zeigen, wie viele Erkrankte es seit 2001 gab und wie alt sie waren. mehr »