Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 01.06.2011

Erklärungspflicht soll Organspenden ankurbeln

Erklärungspflicht soll Organspenden ankurbeln

KIEL (bee). Der Deutsche Ärztetag hat ein neues Modell der Selbstbestimmungslösung mit Erklärungspflicht bei der Organspende gefordert. Das neue Modell soll vor allem die Bürger deutlich besser über die Organspende informieren.

Kern des Modells, das der Vorstand der Bundesärztekammer vorgeschlagen hat, ist ein Selbstbestimmungsrecht sowie eine Erklärungspflicht der Bürger. "Man kann dies als Versuch sehen, die derzeitige Zustimmungslösung sowie die Widerspruchslösung zusammen zu führen", sagte Professor Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der BÄK.

Um die richtige Entscheidung für die Erklärung zur Organspende zu treffen, sollen Informationen "intensiviert und institutionalisiert" werden. Wie konkret dieses Modell der zusätzlichen Informationen aussehen soll, will die Bundesärztekammer künftig erarbeiten und auch bei Gesundheitspolitikern dafür werben.

Allerdings wird in dem Antrag auch ausdrücklich auf eine erweiterte Widerspruchsmöglichkeit hingewiesen. Denn: Wenn das Recht zur Selbstbestimmung "zu Lebzeiten nicht wahrgenommen und somit keine Erklärung vorliegt, können dem Verstorbenen unter Ermittlung des mutmaßlichen Willens durch Einbeziehung der Angehörigen Organe entnommen werden", heißt es in dem Beschluss.

Die Delegierten stimmten auch für einen Ausbau der postmortalen Gewebespende. Hier fehlen bisher praxistaugliche Regelungen, erklärte Dr. Birgit Wulff, Delegierte aus Hamburg.

Daher soll es künftig Aufklärungskampagnen sowie ein Spendenregister für Augenhornhäute, Binde- und Stützgewebe sowie Blutgefäße und Herzklappen geben. Derzeit sei der Mangel an Gewebetransplantaten nicht spürbar, da es noch genügend Importe gebe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Stress in der Arbeit, Demenz als Rentner?

Wer sich im Berufsleben sehr gestresst fühlt, baut als Rentner schneller geistig ab. Liegt das tatsächlich an den Arbeitsbedingungen? Forscher sind dieser Frage jetzt nachgegangen. mehr »

Weg mit dem Heilpraktikerberuf!

Die Abschaffung des Heilpraktikerberufes steht im Fokus eines aktuell publizierten Memorandums. Aufgestellt hat die Forderung der neu gegründete "Münsteraner Kreis" um die Medizinethikerin Prof. Bettina Schöne-Seifert. mehr »

Klinikärzte mahnen Diabetes-Screening an

Patienten mit Diabetes müssen länger im Krankenhaus bleiben und haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Tübinger Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass ein Diabetes-Screening für über 50-Jährige sinnvoll ist. mehr »