Ärzte Zeitung, 14.03.2012

Kommentar

Untaugliche IGeL-Pläne

Von Helmut Laschet

Individuelle Gesundheitsleistungen sind ein berechtigter Bestandteil einer patientenorientierten Medizin, bei der Arzt und Patient gemeinsam im Einzelfall über den sinnvollen Einsatz einer Methode entscheiden, die keine Leistung der Krankenkassen ist.

Längst gibt es für IGeL Regeln, die die Ärzte binden: Information über die medizinische Sinnhaftigkeit ihres Einsatzes, über die Kosten - und dass keine Chance auf Kostenerstattung besteht. Und eine schriftliche Rechnung.

Es ist Aufgabe des Berufsrechts und der Ärztekammern, darüber zu wachen, dass die Regeln eingehalten werden.

Dass es IGeL gibt, hat gute Gründe: Das Kollektivvertragssystem der GKV bildet nicht alles ab, was medizinisch möglich und wünschenswert ist.

Die Praxis von Bundesausschuss und Bewertungsausschuss belegt, dass es oft lange dauert, bis Innovationen Eingang in die Kassenmedizin finden. Das individuelle Sicherheitsbedürfnis von Patienten variiert und findet keine Berücksichtigung in der Kassenmedizin.

Die Krankenkassen zum Wächter über IGeL zu machen, hieße, der Parteilichkeit Vorschub zu leisten. Die SPD würde damit den Bock zum Gärtner machen.

Lesen Sie dazu auch:
Gegner der strikten IGeL-Eindämmung heizen weiter ein

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Resistenzen behindern Kampf gegen Tuberkulose

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten – ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Medi24 drängt kostenlos in den Markt

Ein großer schweizer Anbieter telefonischer Arztkontakte lockt zur Markteinführung mit einem besonderen Angebot: Patienten sollen kostenfrei via Telefon medizinischen Rat erhalten. mehr »

Bluttest auf Brustkrebs keine Revolution

Ein Bluttest auf Brustkrebs komme noch dieses Jahr auf den Markt, verkündete vor kurzem die Uniklinik Heidelberg – und erntete heftige Kritik. Nun rudert sie zurück. mehr »