E-Card: So könnte die Karte online gehen

In Sachen elektronischer Gesundheitskarte ist für Praxischefs weiter warten angesagt. Dass die Karte online geht, ist klar. Nur wie, das ist umstritten.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Eine Möglichkeit: Den Kartenlesern wird eine Weiche eingebaut, sodass der Online-Abgleich direkt über das Lesegerät erfolgt.

Eine Möglichkeit: Den Kartenlesern wird eine Weiche eingebaut, sodass der Online-Abgleich direkt über das Lesegerät erfolgt.

© contrastwerkstatt/Fotolia.com

BERLIN. Kommt die elektronische Gesundheitskarte, wird die Arztpraxis auf die eine oder andere Art online gehen. Wie das genau laufen soll, dürfte sich in den nächsten Monaten klären.

Gesetzlich ist in Sachen Online-Update der Versichertenstammdaten bei der eGK jetzt alles klar: Das Online-Update soll nach dem eGK-Rollout rasch als eine der ersten Anwendungen der neuen Karte kommen. Und es soll für Ärzte, die sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Patientendaten machen, eine Option geschaffen werden, bei der das Online-Update der Versichertendaten auch ohne Verbindung mit der Praxis-EDV vonstatten gehen kann.

Zwei Szenarien sind im Praxisalltag denkbar

So weit, so eindeutig. Doch wie wird das praktisch umgesetzt? Eine plausible Antwort wäre, dass den Ärzten zwei Optionen geboten werden: Beim Online-Update via Praxis-EDV würden die Daten beim Einlesen der eGK überprüft. Unmittelbar danach liest die Praxis-EDV die relevanten Daten für den internen Gebrauch wie gehabt von der Chipkarte ein. Alle von der Karte gelesenen Daten fließen dabei über den Konnektor, jenes neue Bauteil, das die Praxis sicher onlinefähig machen wird.

Wer das nicht will, könnte mit der Praxis-EDV ohne Online-Anbindung weiter arbeiten. Das Online-Update würde dann von einem separaten PC aus gemacht. Dass das Zusatzarbeit macht, ist offensichtlich. "Im Prinzip wäre es auch möglich, eine Lösung zu bauen, bei der die Karte nur einmal eingelesen werden muss", schätzt Jens Naumann von der Mittelstands-Initiative Praxis-EDV. So könnte bei den Lesegeräten eine Art "Weiche" eingebaut werden, die sowohl ein Online-Versicherten-Update als auch das simple Einlesen der Daten in die EDV erlaubt, ohne dass die Praxis-EDV mit der Online-Verbindung in Kontakt käme.

Bei Lesegeräten könnten Preiserhöhungen anstehen

Dazu wären spezielle Lesegeräte nötig. Die derzeitigen eGK-Lesegeräte können das nicht. Weil der Markt klein ist, dürfte eine derartige Weiterentwicklung mit einem deutlichen Preisaufschlag verbunden sein. "Letztlich warten im Moment alle auf die neuen Spezifikationen. Etwas Genaueres kann man im Moment nicht sagen", so Naumann.

Auch beim Rollout ist Sommerpause angesagt. Eine über Nordrhein hinausgehende Finanzierungsvereinbarung steht aus. Aber: Die Politik hat sich hier neue Einflussmöglichkeiten geschaffen, indem die zuständigen Schiedsstellen der Selbstverwaltung im Zusammenhang mit der eGK nun auch durch das Bundesgesundheitsministerium angerufen werden können.

Diese müssen dann innerhalb von zwei Monaten eine Einigung herbeiführen. Wenn der Rollout der eGK politisch gewollt ist, dann könnte es nach der Sommerpause relativ schnell gehen.

Lesen Sie dazu auch: Abgleich der E-Card online

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Urogenitale Malignome

Akute Zystitis kann auf künftigen Krebs hinweisen

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Lesetipps
Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Ein Mann mit naßgeschwitztem Gesicht und Hemd tupft sich mit einem Tuch die Stirn ab.

© Creatas / Thinkstock

Stufenschema

Das große Schwitzen: Strukturiert gegen Hyperhidrose vorgehen