Ärzte Zeitung, 23.11.2016
 

Weiterbildung in Hessen

Fast jeder Vierte kommt aus dem Ausland

Syrien, Ägypten, Russland: Der Anteil der Nicht-EU-Bürger unter hessischen ÄiW wächst. Die Kammer sieht darin Chancen.

FRANKFURT/MAIN. Die Zahl der Ärzte in Weiterbildung in Hessen, die einen ausländischen Pass haben, steigt. Das zeigen aktuelle Zahlen aus dem Weiterbildungsregister der Landesärztekammer Hessen (die "Ärzte Zeitung" berichtete). Demnach verfügte zum Stichtag 1. Oktober 2015 fast jeder vierte (22 Prozent) der insgesamt 5433 gemeldeten Ärzte in Weiterbildung (ÄiW) über einen ausländischen Pass, davon 46 Prozent EU-Bürger. Im Vorjahr waren noch knapp 17 Prozent der ÄiW ausländische Staatsbürger, davon entstammte jeder Zweite aus einem Land der EU (55 Prozent).

Die Mehrheit der ausländischen ÄiW mit EU-Staatsbürgerschaft kommt aktuell aus Rumänien (25 Prozent), gefolgt von Griechenland (15 Prozent) und Bulgarien (12 Prozent). Der größte Teil der Nicht-EU-Bürger, die in Hessen in Weiterbildung sind, besitzt die syrische (11 Prozent), die ägyptische (8 Prozent) oder die russische (7 Prozent) Staatsbürgerschaft.

Ob auch unter den Flüchtlingen viele angehende oder bereits ausgebildete Ärzte sind, lässt sich laut Kammer derzeit nicht beurteilen. Jedoch sieht man in Hessen durchaus Potenzial durch den hohen Anteil ausländischer ÄiW: "Sie können ein Gewinn in der Patientenversorgung sein, zumal sie dazu beitragen, die interkulturelle Kommunikation zu verbessern", heißt es auf Anfrage der "Ärzte Zeitung". Ärzte, die sich dazu bereit erklären, ausländische Akademiker als "Paten" privat und beruflich zu begleiten, könnten einen bedeutenden Teil zur Integration beitragen.

Kammerpräsident Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach hatte das Register 2013 geschaffen, um aussagefähige Daten zur Weiterbildung zu erhalten.Außerdem soll das Register den "direkten Kontakt" zu den ÄiW ermöglichen, um künftig auch gezielter die Qualität der Weiterbildung im Land zu evaluieren. Die hessischen Weiterbildungsbefugten sind dazu jeden Herbst aufgefordert, aktuell beschäftigte ÄiW zu melden. In Kürze startet die Auswertung der Daten des Registers 2016. (jk)

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