Ärzte Zeitung, 27.03.2013

Kommentar zur Klinikhygiene

Einsatz gegen Keime gefragt

Von Anno Fricke

In Deutschland wirkt der Kampf gegen die Krankenhauskeime seltsam unentschlossen. Es gibt zwar eine Gesetzesnovelle, deren Vorgaben in ein paar Jahren greifen könnten.

Aber sofort umzusetzende Maßnahmen wie das Screenen von Risikogruppen vor der Aufnahme sind für Kliniken nicht Pflicht. Nachbarländer wie die Niederlande praktizieren dies bereits mit Erfolg.

Ganz eingeschlafen ist der Kampf jedoch nicht. Von Berlin aus versucht die Aktion "Saubere Hände" seit 2008 Krankenhäuser dazu zu bewegen, Ärzten und Pflegenden die einfachste Hygieneregel immer wieder vor Augen zu halten. 800 von 2000 Krankenhäusern machen mit. Warum nicht alle?

Ist ein Patient infiziert, benötigt er Medikamente, die wirken. Im hundert Jahre alten Wettlauf zwischen der Resistenz der Erreger und der Entwicklung neuer Antibiotika holen die Pharmaunternehmen wieder etwas auf. Im vergangenen halben Jahr sind zwei neue Mittel auf den Markt gekommen.

Zur Beschleunigung bei der Entwicklung neuer Antibiotika, die die Weltgesundheitsorganisation gerade für äußerst dringlich erklärt hat, trägt bei, dass sich Unternehmen gegenseitig über gescheiterte Projekte informieren. Das setzt zwar den Wettbewerb aus, vermeidet aber überflüssigen Forschungsaufwand.

Lesen Sie dazu auch:
MRSA im Griff: Neue Erreger plagen Kliniken

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