Ärzte Zeitung, 19.11.2012

Kommentar zu Optimedis

Neustart für Netzsoftware?

Von Hauke Gerlof

Die Kommunikation mit dem benachbarten Facharzt über einen gemeinsamen Patienten läuft nach wie vor in vielen Praxen über das Fax. Eine bruchlose Online-Verständigung bei unterschiedlichen Arztinformationssystemen (AIS) ist bis heute nirgendwo richtig realisiert.

Das zeigen Klagen der Ärztenetze, die solche Lösungen seit Jahren vergeblich fordern. Das Hauptproblem dabei ist, dass die AIS-Hersteller bis heute offene Schnittstellen scheuen, weil es für Kunden dann leichter würde, den Anbieter zu wechseln. Alle anders lautenden Lippenbekenntnisse der Unternehmen haben daran nichts geändert.

Ob die Zusammenarbeit zwischen der Netzmanagement-Gesellschaft Optimedis und der CompuGroup Medical hier die Wende bringt, bleibt abzuwarten.

Aber immerhin zeigt es, dass zumindest einige maßgebliche Akteure erkennen, welches Potenzial in einer effektiven Kommunikation für die Patientenversorgung steckt. Praxisübergreifende Behandlungspfade, die in der Software abgebildet werden, könnten hier einen großen Beitrag leisten.

Es ist insofern gut, dass sich bei Software für Ärztenetze endlich wieder etwas tut. Wie aus der Branche zu hören ist, gibt es weitere Anbieter, die ähnliche Projekte in der Pipeline haben.

Klar ist: Nur im Wettbewerb werden sich am Ende Lösungen herauskristallisieren, die alle Kommunikatonsbedürfnisse von Netzärzten abdecken.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Vernetzung: Neue Software lernt von Ärztenetz

[19.11.2012, 09:14:21]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
Einheitliche Schnittstellen erforderlich
Der von Herrn Gerlof geforderte Wettbewerb nützt hier leider gar nichts, sondern hat offensichtlich eine wirkliche Vernetzung nur behindert. Erstaunlich ist, dass anscheinend die EDV-Hersteller argwöhnen, ihre eigene Software sei so schlecht, dass die Anwender sofort wechseln würden, wenn die Schnittstellen wirklich offen wären.
Dabei möchte eigentlich jeder bei der gewohnten Arbeitoberfläche bleiben, eine Umstellung kostet viel Zeit und Aufwand.
Es wird Zeit, dass von der KBV oder von der HÄVG endlich einheitliche Schnittstellen eingefordert werden. Sonst läuft nix, das kennen wir ja jetzt zur Genüge.
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »