Ärzte Zeitung, 17.09.2008

Azubis geben Praxen schlechte Noten

Gewerkschaftsbund befragte für aktuellen Ausbildungsreport fast 5000 Lehrlinge

NEU-ISENBURG (reh). Viele Arztpraxen schaffen es nicht, ihre Medizinischen Fachangestellten zufriedenstellend auszubilden. Dieser Ansicht sind zumindest die Azubis, die für den DGB-Ausbildungsreport 2008 befragt wurden.

Nach dem Bericht des Deutschen Gewerkschaftsbunds ist im Vergleich zum Vorjahr die Ausbildungsqualität bei den Medizinischen Fachangestellten (MFA) drastisch gesunken. Erreichten die MFA 2007 noch den zweiten Platz im Gesamtranking von insgesamt 25 bewerteten Ausbildungsberufen, müssen sie sich dieses Jahr mit Platz 18, also dem unteren Mittelfeld, begnügen. Auf Platz eins befinden sich wie im Vorjahr die Industriemechaniker, Schlusslicht sind die Maler und Lackierer.

Geht es um die Ausbildungsinhalte, stehen die MFA sogar auf dem letzten Platz. Hier flossen auch Fragen zum vorhandenen und vor allem eingehaltenen Ausbildungsplan ein. Immer befolgt wird der Ausbildungsplan nur bei 34,2 Prozent aller 4725 befragten Auszubildenden. Nur ein Viertel gibt an, nie für ausbildungsfremde Tätigkeiten eingesetzt zu werden.

Ein Lichtblick: In der fachlichen Anleitung, das heißt der Betreuung vor Ort in der Praxis, erreichen die MFA immerhin Platz elf. Ein Problem sind allerdings die Überstunden. Im Gesamtranking liegen die Arzthelferinnen hier auf Platz 20. Wie der DGB weiter mitteilt, gaben 43,6 Prozent der befragten Auszubildenden zur MFA an, regelmäßig Überstunden leisten zu müssen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Unteres Mittelfeld - ist die Ausbildung in Arztpraxen wirklich so schlecht?

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »