Ärzte Zeitung, 11.05.2011

Kommentar

Weiterbildung zum Vorzeigen

Von Rebekka Höhl

Sie tauchen immer wieder auf, die Schreckensmeldungen, dass unser Medizinnachwuchs reihenweise ins Ausland abwandert. Von besseren Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie und natürlich besserer Bezahlung wird gesprochen.

Zumindest was die Weiterbildung zum Facharzt anbelangt, scheint dies aber nicht in Stein gemeißelt zu sein. Das zeigt ein Vergleich mit anderen EU-Ländern, der vom Uniklinikum Hamburg-Eppendorf begleitet wurde. Das überraschende Ergebnis: Eine nennenswerte Abwanderung der angehenden Fachärzte ins Ausland gibt es eben nicht.

Und das liegt wohl auch daran, dass die Bedingungen für die Weiterbildungsassistenten hierzulande gar nicht so schlecht sind, wie es nur allzu oft von ärztlichen Standesvertretern dargestellt wird.

Ganz im Gegenteil: Angehende Fachärzte genießen in Deutschland freie Stellenwahl, zählen als Arbeitnehmer und müssen keine übermäßigen Zwischen- und Endprüfungen fürchten.

Alles in allem also ein liberales und halbwegs unbürokratisches System. Für das es sich - statt immer nur zu klagen - doch lohnt, die Werbetrommel zu rühren. Denn eine Sache läuft hierzulande tatsächlich falsch: Viel zu oft reden sich Ärzte ihren eigenen Berufsstand kaputt.

Lesen Sie dazu auch:
In der Weiterbildung geht es unbürokratisch zu

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »