Ärzte Zeitung, 08.09.2010

Die Meinung zu Versicherungen

Werben auf Kosten der Versicherten

Von Ilse Schlingensiepen

Werben auf Kosten der Versicherten

Ilse Schlingensiepen ist Wirtschaftsjournalistin in Köln.

Man kann ihnen einfach nicht entgehen, den jungen Männern und Frauen aus der Werbung der Versicherungsgruppe Ergo. Von Plakatwänden, aus Zeitungen und Fernsehspots kennt inzwischen fast jeder die Menschen, die so gern ein gutes Verhältnis zu ihrem Versicherer hätten.

Über den ästhetischen und intellektuellen Gehalt der Kampagne lässt sich streiten. Ein Ziel haben die Macher auf jeden Fall erreicht: Der Name Ergo, der eingeführte Marken wie Victoria und Hamburg-Mannheimer ersetzt, ist jetzt bekannt. Dieser Erfolg hat seinen Preis.

Die Umstellung auf die Marke "Ergo" hat die Düsseldorfer Gruppe rund 80 Millionen Euro gekostet, davon sind allein 40 Millionen Euro in die Werbung geflossen. Bezahlen müssen das letztlich die Versicherten, also auch die Kunden der Victoria Krankenversicherung, die jetzt zur Ergo-Tochter DKV gehört.

Wenn am Ende des Jahres die Beiträge wieder erhöht werden, bleibt den Versicherten ein kleiner Trost: Wenigstens ein Teil der Prämien treibenden Kosten hat für sie jetzt ein Gesicht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »