Ärzte Zeitung online, 03.04.2017

Stellungnahme

Gilead weist Kritik an seinen Preisen zurück

MÜNCHEN. Gilead dementiert den Vorwurf der Hilfsorganisation "Ärzte der Welt", die Preisgestaltung des Unternehmens würde den Zugang zu seinen HCV-Therapeutika unnötig erschweren. Das könne man "weder für Entwicklungs- noch Industrieländer nachvollziehen", heißt es in einer Stellungnahme, die der "Ärzte Zeitung" vorliegt. Seit Zulassung des Gilead-Wirkstoffs Sofosbuvir seien 1,3 Millionen Menschen weltweit mit diesem und weiteren HCV-Wirkstoffen Gileads behandelt worden. "Wir sind stolz darauf, mehr Patienten in den letzten zweieinhalb Jahren geheilt zu haben als in den vergangenen 20 Jahren zusammen". Bei der Preisgestaltung lege man Wert darauf, "die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Gesundheitssysteme zu respektieren".

Darüber hinaus verweist das Unternehmen auf Vereinbarungen mit mehreren Generikafirmen, wonach diese eigene Versionen von Sofosbuvir und Sofosbuvir-Kombinationen in mittlerweile 101 Entwicklungs- und Schwellenländern vertreiben dürfen. Dabei stehe es diesen Anbietern frei, eigene Preise festzulegen.

Die jüngste Anfechtung des Sofosbuvir-Patents durch "Ärzte der Welt" und andere NGOs habe "keine unmittelbaren Auswirkungen" auf den Vertrieb der HCV-Produkte Sovaldi® (Sofosbuvir) , Harvoni®(Sofosbuvir/Ledipasvir) und Epclusa® (Sofosbuvir/Velpatasvir). (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Bundestag will zweite Runde für TSVG

Die erste Anhörungsrunde zum Termineservicegesetz verlief erwartungsgemäß kontrovers. Der Gesundheitsausschuss hat für den 13. Februar eine weitere Anhörung angesetzt. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »