Kommentar – Kranke Krankenhäuser

Fehlender Mut in den Ländern

Von Denis Nößler Veröffentlicht: 22.05.2019, 14:26 Uhr

Eigentlich ist es ja eine gute Nachricht: Die stationären Fallzahlen in den Kliniken sind 2017 gesunken, heißt es im heute beim Hauptstadtkongress vorgestellten Krankenhaus-Rating-Report. Jeder Mensch, der nicht in die Klinik muss, spart dem System Ausgaben. Soweit die gute Nachricht.

Doch mit den Fallzahlen sinken die DRG-Erlöse – Einnahmen, auf die die Häuser zwingend angewiesen sind. Denn nach wie vor nehmen es die Länder nicht so genau mit ihrer Investitionspflicht. Viele Milliarden Euro fehlen. Und das, wo die Häuser doch kräftig in die Digitalisierung investieren müssten.

Gerade die öffentlichen Kliniken darben. Jede zweite schreibt rote Zahlen, so der Report. Unrühmlich ist die Rolle mancher Politiker in Ländern und Kommunen. Erst drücken sie sich Jahre lang um die Investitionen. Aber gleichzeitig halten sie an jeder noch so kleinen Klinik fest. Manches kleine Haus müsste künftig wohl schließen. Dafür werden jedoch Mittel für Zentren mit hoher Qualität frei. Offenbar ist es manchem Landespolitiker zu müßig, das seinen Wählern zu erzählen. Am Ende aber werden sie sich entscheiden müssen – Klasse oder Masse?

Lesen Sie dazu auch: Krankenhaus Rating Report: 12 Prozent der Kliniken droht Insolvenz

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