DGIM

Komorbiditäten: großes Thema beim DGIM-Kongress

Komorbiditäten - das ist eines der Schwerpunkt- themen beim Internistenkongress, der vom 18. bis zum 22. April in Wiesbaden stattfindet.

Veröffentlicht:

Aus demografischen Gründen behandeln Ärzte immer mehr ältere Menschen. Gerade diese sind oft mehrfach erkrankt. Solche Komorbiditäten würden in klinischen Studien oft aber nicht berücksichtigt, gibt Professor Rainer Kolloch vom Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, der Präsident des Internistenkongresses, zu Bedenken. "Für die Therapie dieser Patienten benötigt der Arzt daher solide pathophysiologische und pharmakologische Kenntnisse."

Ein Beispiel ist bekanntlich die Medikamentendosierung: Sie kann aufgrund der bei älteren Patienten oft eingeschränkten Nierenfunktion von normalen Empfehlungen abweichen. Ältere, multimorbide Patienten nehmen zudem häufig mehrere Medikamente ein, deren Wechselwirkung nicht untersucht ist. "Multimorbide brauchen Internisten, die den ganzen Menschen sehen", sagt Kolloch.

Mit dem Schwerpunktthema "Komorbiditäten" verdeutlicht Kolloch ebenso wie mit den Schwerpunktthemen "Therapie älterer Patienten" und "Hypertonie", wie unerlässlich ein interdisziplinärer Ansatz bei der Betreuung von Patienten ist. Der klassische integrative Ansatz des Kongresses trage dazu bei, das vernetzte Handeln des Internisten zu schärfen.

Trotz zunehmender Spezialisierung an Krankenhäusern sind nach wie vor mehr als 60 Prozent der Kliniken der Inneren Medizin ohne Schwerpunktabteilung, wie die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) mitteilt. Fächerübergreifendes Handeln sei daher im klinischen Alltag nach wie vor gefragt. "Durch eine starke Fokussierung auf ein schmales Segment droht das vernetzte Denken jedoch in den Hintergrund zu geraten", betont Kolloch. Damit falle es immer schwerer, über den eigenen Bereich hinaus zu berücksichtigen, welche Ursachen abseits der Standarddiagnose bestimmte Symptome hervorrufen könnten. Der Kongresspräsident sieht darin auch Nachteile für die Patientenversorgung.

Übrigens: Auch der Blick in die Zukunft fehlt auf dem Kongress nicht: "Insbesondere auf dem Gebiet der regenerativen Gefäßmedizin sind neue Forschungsergebnisse vielversprechend", sagt Kolloch. Einen interessanten Einblick wird hierzu Professor Georg Nickening aus Bonn geben, dessen Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet zur Verbesserung der Prognose bei kardiovaskulären Erkrankungen beitragen könnten. (eb)

Infos zu Kongress, Programm und Anmeldung: www.dgim2009.de

Mehr zum Thema
Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Einwilligungserklärungen zur Schutzimpfung gegen COVID-19 liegen auf einem Tisch

© Christian Charisius/dpa

Update

COVID-19-Pandemie

Lauterbach will schnelle Corona-Impfpflicht – Ärzte sind uneins

Wer soll die Kosten für die Digitalisierung der Arztpraxen tragen? DAK-Chef Storm sieht die Finanzierung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

© Thomas Weißenfels / stock.adobe.com

Digitalisierungsreport

DAK-Chef fordert Praxis-Digitalisierung auf Staatskosten