Direkt zum Inhaltsbereich

Deutscher Ärztetag

Mehr Rücksicht auf Klima und Umwelt bei der Medikamentenverordnung

Auch das Gesundheitswesen hat sich Klimaneutralität auf die Fahnen geschrieben. Ohne Kenntnis der Umweltauswirkungen von Arzneien kann dies nicht gelingen, meint der Ärztetag und verlangt Aufklärung.

Veröffentlicht:
Ärzte sollen mehr Kenntnis über Treibhausgasausstoß und Umweltbelastungen von Medikamenten bekommen.

Ärzte sollen mehr Kenntnis über Treibhausgasausstoß und Umweltbelastungen von Medikamenten bekommen.

© gpointstudio / stock.adobe.com

Leipzig. Um das Ziel der Klimaneutralität im deutschen Gesundheitswesen zu erreichen, sollen Medikamente nach dem Willen des Deutschen Ärztetags mit Rücksicht auf Klima und Umwelt verordnet werden. Dazu haben die Delegierten in Leipzig am Freitag beschlossen, die Bundesregierung solle dafür Sorge tragen, dass vergleichbare und standardisierte Daten zur Treibhausgasbilanz und zu den Umweltauswirkungen von Arzneien bereitgestellt werden.

Ärztinnen und Ärzte müssten die Informationen erhalten, die für einen nachhaltigen Einsatz von Arzneimitteln in der Praxis relevant sind, heißt es in dem Antrag. Aufgrund des demografischen Wandels sei davon auszugehen, dass der Einsatz von Arzneimitteln weiter zunehmen werde. Gleichzeitig trügen diese jedoch erheblich zum CO2-Fußabdruck des Gesundheitssektors bei, sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich.

Berücksichtigung in Leitlinien

Zudem sollten Fachgesellschaften, Berufsverbände und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften Treibhausgasemissionen und Umweltauswirkungen von Arzneimitteln im Zuge ihrer therapeutischen Notwendigkeit in ihren Leitlinien berücksichtigen.

Aktuell stünden nur für wenige Medikamentengruppen Daten zur Treibhausgasbilanz zur Verfügung, beispielsweise für Inhalativa. Ein möglicher Ansatz zur Reduzierung der Umweltauswirkungen von Arzneien bestünde darin, therapeutisch gleichwertige Produktalternativen mit weniger belastenden Umweltfolgen zu identifizieren. (bar)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Übersicht

Eine Agenda für Seltene Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Shared Decision Making ist gerade bei der Diagnostik und Therapie seltener Erkrankungen ein wichtiges Versorgungsprinzip. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Pixel-Shot / stock.adobe.com

Seltene Erkrankungen

Was auch Patienten tun können

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Exklusiv Bundesgesundheitsministerin im Interview

Nina Warken über Reformdruck: „So wie bisher kann es doch nicht weitergehen“

Lesetipps
Blick in ein Blutgefäß

© Superrider / Stock.adobe.com

Hypercholesterinämie

Lipidsenker klug kombinieren