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DGIM-Kongress

Paul-Martini-Preis für neue Ansätze bei Infektionen, Entzündungs- und Krebserkrankungen

Professorin Andrea Ablasser von der Schweizer École polytechnique fédérale de Lausanne hat beim DGIM-Kongress den Paul-Martini-Preis 2023 für die Entdeckung der Rolle wichtiger Komponenten des angeborenen Immunsystems erhalten.

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Professor Andrea Ablasser von der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL). Sie erhielt den Paul-Martini-Preis 2023 für ihre Forschung zum Immunsystem, die Ansätze für neue Medikamente geliefert hat.

Professorin Andrea Ablasser von der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL). Sie erhielt den Paul-Martini-Preis 2023 für ihre Forschung zum Immunsystem, die Ansätze für neue Medikamente geliefert hat.

© Dominik Gruszczyk / Paul-Martini-Stiftung

Wiesbaden. Professorin Andrea Ablasser von der Schweizer École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) hat beim DGIM-Kongress den mit 50.000 Euro dotierten Paul-Martini-Preis 2023 erhalten.

Die Forscherin hat mir ihrem Team die Rolle wichtiger Komponenten des angeborenen Immunsystems entdeckt, die den Verlauf und die Behandelbarkeit von Infektionen, Entzündungs- und Krebserkrankungen beeinflussen, hat die Paul-Martini-Stiftung (PMS) mitgeteilt.

Ergebnisse weisen Weg zu neuen Medikamenten

Professor Stefan Endres von der Ludwig-Maximilians-Universität München erläuterte die Zuerkennung des Preises im Namen der sechsköpfigen Jury: „Manches am menschlichen Immunsystem liegt bis heute im Dunklen. Doch in einen wichtigen Teil davon hat die Preisträgerin mit ihrem Team Licht gebracht: in den cGAS-STING-Signalweg, über den Abwehrreaktionen eingeleitet werden, etwa gegen Virenbefall.

Ihre Ergebnisse weisen den Weg zu neuen Medikamenten gegen unterschiedliche Krankheiten, bei denen das Immunsystem in die richtige Richtung gelenkt werden muss. Mehrere solcher Medikamente sind bereits in vorklinischer Entwicklung.“

Der cGAS-STING-Signalweg besteht aus DNA-Sensormolekülen, die durch die Bindung an DNA immun-stimulierende Botenstoffe erzeugen. Er dient dazu, in und zwischen Zellen die Nachricht zu verbreiten, dass an einer Stelle im Zellplasma DNA angetroffen wurde – wo sie nicht hingehört und mutmaßlich von Viren eingeschleust wurde. Diese Nachricht leitet dann sofortige Abwehrmaßnahmen ein, heißt es in der Mitteilung der PMS.

Medikamentöse Hemmung des cGAS-STING-Signalwegs

Manchmal führt diese Reaktion aber auch zu nachteiligen Reaktionen. So zeigte Ablasser unter anderem, dass der cGAS-STING-Signalweg bei Menschen mit schwerer Covid-19-Infektion eine schädliche Interferon-Ausschüttung veranlasst, die zur zerstörerischen Überreaktion des Immunsystems in der Lunge beiträgt. Eine medikamentöse Hemmung des Signalwegs könnte daher schwere COVID-19-Verläufe abmildern und auch bei anderen chronischen Entzündungen hilfreich sein.

Umgekehrt dürfte eine medikamentöse Aktivierung des Signalwegs zur Wirksamkeit einiger Krebstherapien beitragen, die auf dessen uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit angewiesen sind, so die PMS. Dazu zählen beispielsweise Therapien mit CAR-T-Zellen. Sowohl hemmende als auch aktivierende Medikamente, die am cGAS-STING-Signalweg ansetzen, sind derzeit in Entwicklung. Ablasser hat dafür die Grundlagen entwickelt.

Zu den zahlreichen Preisen von Andrea Ablasser zählen unter anderen der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis 2014 der Paul-Ehrlich-Stiftung und der William B. Coley Preis 2020, verliehen für die Entdeckung eines wesentlichen Botenstoffs im cGAS-STING-Signalweg. (eb)

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