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Buchtipp

Aktuelles Wissen zur Vogelgrippe

Veröffentlicht:

Über Vogelgrippe hat sich bis vor einigen Jahren kaum jemand Gedanken gemacht. Die Erreger beschränkten sich weitgehend auf Vögel. Ausbrüche in Geflügelhaltungen kamen zwar immer wieder vor, ließen sich aber meist durch simple Quarantäne-Maßnahmen eindämmen und blieben in der Regel nur lokal begrenzt.

Seit Ende der 90er Jahre in Asien erstmals ein hochpathogener H5N1-Stamm auftauchte und sich in mehreren Wellen über Asien bis nach Europa ausbreitete, scheinen diese Regeln nicht mehr zu gelten. Auf seinem Weg um die halbe Welt tötete H5N1 inzwischen auch über 300 Menschen und löste Ängste vor einer neuen Grippe-Pandemie aus.

Weshalb H5N1 so gefährlich ist, ist eines der Themen von "Avian Influenza". Das Buch aus der Reihe "Monographs in Virology" erläutert in Beiträgen bekannter Influenza-Forscher, wie sich Vogelgrippe-Viren ausbreiten, welche molekularen Mechanismen niedrig pathogene Viren zu hoch pathogenen Erregern machen, wie das Immunsystem reagiert und wie man mit Impfstoffen und Medikamenten gegen Vogelgrippe vorgehen kann.

Eingegangen wird dabei etwa auf die Bedeutung von Schweinen bei der Übertragung, auf Vogelgrippe-Ausbrüche in der Vergangenheit, die Impfstoffentwicklung sowie auf aktuelle Eindämmungsmaßnahmen. Schließlich analysieren die beiden US-Forscher John Steel und Peter Palese die verheerende Grippe-Pandemie von 1918 und ziehen daraus Lehren für die Zukunft.

Geeignet ist das Buch für alle, die sich näher für den aktuellen Stand der Forschung interessieren - und zwar von epidemiologischen Erkenntnissen bis hin zu molekularen Details der Virenreplikation. (mut)

Hans W. Doerr (Hrsg.): Monographs in Virology, Vol. 27: Avian Influenza. Verlag S. Karger, Basel. 294 Seiten, 35 Abbildungen, 11 Tabellen, 178 Euro. ISBN: 978-3-8055-8501-9.

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