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Sepsis

Algorithmus verbessert Diagnostik

Eine bessere Spezifität in der Erkennung einer Sepsis bringt ein neu entwickelter Computeralgorithmus von Mannheimer Forschern.

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MANNHEIM. Durch eine Sepsis hervorgerufenes Organversagen ist die Haupt-Todesursache auf Intensivstationen, erinnert die Universitätsmedizin Mannheim (UMM). Die wirksamste Maßnahme, um Patienten mit einer gesicherten Sepsis erfolgreich zu behandeln, sei eine rechtzeitige und adäquate Antibiotika-Therapie.

Dies setze aber eine frühe und verlässliche Sepsis-Diagnose bei Intensivpatienten voraus, was jedoch auch heute noch eine große medizinische Herausforderung sei. Die Prognose der Betroffenen könnte ein Ansatz bessern, den Wissenschaftler der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin um Professor Manfred Thiel und der Abteilung für Medizinische Statistik, Biomathematik und Informationsverarbeitung um Professor Christel Weiß entwickelt haben.

Algorithmus nutzt Routinedaten

Es handelt sich um einen Computeralgorithmus, der die laufend erhobenen und in der elektronischen Patientenakte gespeicherten Routinedaten zur individuellen, minutengenauen Abbildung des Systemischen Inflammatorischen Response Syndroms (SIRS), eines wichtigen Merkmals der Sepsis, nutzt (Crit Care Med 2016, 44: 2199).

Der Algorithmus wurde von einem Forscherteam unter der Leitung von Dr. Verena Schneider-Lindner entwickelt. Auf dem Algorithmus aufbauend definierten die Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg zur Erfassung der Dynamik des SIRS intuitive Maße, etwa den Durchschnitt und die Änderung der Anzahl der SIRS-Kriterien über ein Zeitfenster von 24 Stunden.

Trennschärfe reicht an derzeitige Sepsis-Biomarker

Bei der praktischen Anwendung dieser SIRS-Deskriptoren ergab sich den Wissenschaftlern zufolge, dass diese der üblichen punktuellen Erhebung des SIRS deutlich darin überlegen seien, eine Sepsis bei Polytrauma-Patienten vorauszusagen.

Ihre Trennschärfe bei der Diagnose der Sepsis im Intensivverlauf reichte sogar an jene von derzeitigen Sepsis-Biomarkern heran, ohne den zusätzlichen Testaufwand zu erfordern, heißt es in der Mitteilung. (mmr)

71%

beträgt die Spezifität einer Sepsis-Diagnose mittels SIRSKriterien, wenn ein neu entwickelter Algorithmus genutzt wird. Bei üblicher punktueller Erhebung des SIRS liegt die Spezifität bei 31 Prozent.

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