Alte Menschen brauchen Kost mit hoher Nährstoffdichte

WIESBADEN (ner). Internisten und Geriater fordern eine besondere Kost für Senioren, vor allem in Alten- und Pflegeheimen. "Kindernahrung ist heute selbstverständlich. So etwas brauchen wir auch für alte Menschen", sagte Professor Herbert Lochs aus Berlin beim Internisten-Kongress.

Veröffentlicht:

In akut-geriatrischen Kliniken werden mehr als die Hälfte der Patienten als mangelernährt eingestuft. In Einrichtungen zur Langzeitpflege gehe man nach zwei aktuellen Studien in Deutschland davon aus, dass jeder zehnte Bewohner schwer mangelernährt ist und zwei Drittel zumindest gefährdet dafür sind, sagte Professor Matthias Pirlich von der Charité Berlin (wir haben kurz berichtet). "Viele Patienten kommen bereits mit Defiziten ins Heim", so Pirlich. Ursachen dafür sind Gebiss- und Kauprobleme, Änderungen des Geschmackssinns, Einsamkeit, Depression und Demenz. Nach Angaben von Lochs gibt es eine klare Verbindung zur Multimorbidität und Multimedikation: je mehr Tabletten täglich geschluckt werden müssten, desto weniger werde gegessen. Auch gehe im Alter oft die Lust am Essen verloren. Zugleich ist bekannt, dass der Ernährungszustand erhebliche prognostische Bedeutung hat, etwa nach Operationen alter Menschen.

Die Verbesserung der Ernährungssituation ist nach Meinung der Internisten keinesfalls eine komplexe Angelegenheit. "Wenn man mit Catering-Firmen spricht, kann man eine altersgerechte Ernährung leicht und kostengünstig umsetzen", so die Erfahrung von Lochs. Es sollten kleine Portionen mit hoher Nährstoffdichte, gegebenenfalls angereichert mit Mikronährstoffen, angeboten werden, deren Konsistenz und deren Geschmack den Bedürfnissen alter Leute angepasst sein sollte. Herkömmliche Kost einfach zu pürieren reiche nicht aus und sei nicht appetitanregend, hieß es. Sinnvolle Maßnahmen seien zudem ein angenehmes Ambiente beim Essen, stets eine gewisse Auswahl an Speisen, zwischen denen gewählt werden kann und eine möglichst individuelle Pflege.

Einen Fragebogen zur Abklärung von Mangelernährung gibt es unter www.dgem.de/materialien.htm

Mehr zum Thema

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Neue S3-Leitlinie

Ernährungs-Screening bei Menschen mit Krebs sollte Routine werden

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Gastrointestinale Tumoren

Magen-Darm-Krebs: Wirklich immer früher?

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe