Anastrozol erhöht Erfolg der adjuvanten Brustkrebs-Therapie

HAMBURG (grue). Der Aromatasehemmer Anastrozol schneidet in der adjuvanten Brustkrebs-Therapie besser ab als der Goldstandard Tamoxifen: Es gibt weniger Rezidive, und die krankheitsfreie Zeit ist länger. Das hat die Endauswertung der ATAC (Arimidex, Tamoxifen, Alone or in Combination)-Studie ergeben.

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Die neuen Daten wurden beim San Antonio Breast Cancer Symposium in den USA vorgestellt. An der multizentrischen Fünf-Jahres-Studie haben 9366 Frauen in der Postmenopause mit lokalisiertem Mamma-Karzinom teilgenommen. Sie wurden nach chirurgischer Tumorentfernung mit Anastrozol (Arimidex®) 1 mg/Tag, Tamoxifen 20 mg/Tag oder kombiniert behandelt. Die Kombitherapie wurde frühzeitig abgebrochen, weil sie keinen Vorteil brachte. Diese Daten wurden bei der Endauswertung nicht berücksichtigt.

Die Ergebnisse von nunmehr 6186 Patientinnen wiesen klare Vorteile für die Anastrozol-Monotherapie nach, wie Professor Walter Jonat aus Kiel sagte. Jonat stellte die Ergebnisse auf einer Veranstaltung von AstraZeneca in Hamburg vor. Mit dem Aromatasehemmer waren nach im Mittel 68 Monaten 13 Prozent und damit signifikant mehr Frauen krankheitsfrei als mit Tamoxifen (575 versus 651 Rezidive).

Die Rate der Fernmetastasen war mit Anastrozol signifikant um 14 Prozent verringert (324 versus 375 Ereignisse). Und mit Anastrozol war die Rate der kontralateralen Tumoren signifikant um 42 Prozent geringer (35 versus 59 Ereignisse).

Die Überlebensrate nach fünf Jahren war in beiden Gruppen mit 86 bis 87 Prozent etwa gleich. Der Aromatasehemmer wurde jedoch besser vertragen als das Antiöstrogen und deshalb seltener abgesetzt. Mit dem Aromatasehemmer gab es häufiger Gelenkschmerzen und Frakturen (elf Prozent versus acht Prozent).

Bei 84 Prozent der Frauen wurden Hormonrezeptoren im Tumor nachgewiesen. Bei diesen Frauen war der Therapie-Erfolg größer: Sie waren im Vergleich zu den Frauen in der Tamoxifen-Gruppe signifikant länger krankheitsfrei. Außerdem war die Rate der Fernmetastasen signifikant um relative 16 Prozent verringert, und die Rate der Tumoren in der kontralateralen Brust sogar um 53 Prozent.

Die Ergebnisse seien sehr positiv für Anastrozol ausgefallen und dürften die adjuvante Therapie verändern, so Jonat. Besonders in den ersten drei Therapiejahren könne Anastrozol seine Vorteile ausspielen; das Medikament sollte daher von Anfang an gegeben werden.

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