Adolf-Kußmaul-Preis

App optimiert Koloskopievorbereitung

Veröffentlicht: 21.08.2019, 08:15 Uhr

TÜBINGEN. Für seine Forschung zur Optimierung der Koloskopievorbereitung mittels Neuer Medien wurde Privatdozent Dr. Benjamin M. Walter, Uniklinik Ulm, mit dem Adolf-Kußmaul-Preis 2019 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Trotz einer guten Aufklärung über die Koloskopievorbereitung durch den Patienten sei diese nach wie vor oft unzureichend, heißt es in einer Mitteilung der Falk Foundation, die den jährlich verliehenen Preis stiftet. Dabei hänge die Qualität der Darmspiegelung wesentlich von einer optimalen Darmvorbereitung ab.

Eine hohe Restverschmutzung des Dickdarms verringert ja nicht nur die Zahl der gefundenen Adenome und Polypen, sondern verlängert zudem die Zeit der Untersuchung.

Die Arbeitsgruppe um Walter untersucht, ob durch eine intensive digitale Begleitung des Patienten während der Phase vor der Darmspiegelung eine bessere Compliance zu erreichen ist. Durch frühere Arbeiten wurde bereits belegt, dass durch einfache Anleitungen und Informationen zum richtigen Zeitpunkt per SMS die Patienten bei der korrekten Durchführung der Vorbereitung unterstützt werden können.

Bei der ColoprAPP-Studie untersuchten Walter und Kollegen den Effekt einer App-unterstützten Koloskopievorbereitung bezüglich Darmsauberkeit, Adenom-Detektionsrate und Patientenzufriedenheit.

In der prospektiven Multicenter-Studie wurden 495 Patienten zunächst ausführlich über die Vorbereitung zur ambulanten Koloskopie informiert. Anschließend erhielt eine Gruppe (App-Gruppe) ab dem vierten Tag vor der Darmspiegelung regelmäßige Mitteilungen durch die App zur Unterstützung der Vorbereitung, während die Kontrollgruppe außer dem Beratungsgespräch und Mitgabe eines Flyers keine zusätzlichen Informationen erhielt.

Am Untersuchungstag zeigte sich, dass in der App-Gruppe der Darm besser vorbereitet beziehungsweise gereinigt war.

Dadurch wurde auch die Effektivität der Koloskopie gesteigert und signifikant mehr Adenome entdeckt. Laut Walter stellt die Erinnerung per App somit ein effektives und von den Patienten gut akzeptiertes Instrument zur Verbesserung der Qualität der Koloskopievorbereitung dar. (eb)

Mehr zum Thema

Darmkrebs

Erfolg mit alternierender mCRC-Therapie

Darmkrebsprävention

Schützt gesundes Essen vor frühen Adenomen?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Ein Schild weist auf ein Corona-Testzentrum hin. Neue Regelungen sollen zum 1. Dezember kommen.

COVID-19-Pandemie

Neue Corona-Testverordnung ab Dezember

Check von und Lunge und Herz: Bei COPD-Patienten, die eine relevante kardiovaskuläre Erkrankung aufweisen, ist das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe deutlich erhöht.

Schwere Verläufe

Pneumologen definieren COVID-19-Risiken für Lungenkranke

Eigentlich sollte der DiGA nach einer ärztlichen Verordnung nichts mehr im Wege stehen – in der Praxis treten aber noch vereinzelt Probleme mit den Krankenkassen auf.

Exklusiv Hausarzt berichtet

Krankenkassen schmettern DiGA-Rezepte teils ab