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Depression

Art des Ganges beeinflusst die Psyche

Unsere Art zu Gehen beeinflusst, was wir uns merken. Das zeigt eine deutsche Studie.

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WITTEN / HERDECKE. Wer mit hängenden Schultern dahinschlurft, wird sich eher an negative Dinge erinnern, wer fröhlich läuft, kann sich eher positive Dinge merken.

Zu diesem Ergebnis kommt Professor Johannes Michalak von der Universität Witten / Herdecke in einer Studie.

Der Psychologe hat sie mit Kollegen von der Kanadischen Queen's University nun veröffentlicht (Journal of Behavioral Therapy and Experimental Psychiatry 2015, 46: 121-125), heißt es in einer Mitteilung der Universität.

"Viele Studien belegen, dass Bewegung bei Depressionen hilfreich ist, gehen, laufen, wandern. Wir wollten wissen, ob auch die Art des Ganges Einfluss auf depressionsrelevante Prozesse hat", wird Michalak in der Mitteilung zitiert. Aus früheren Untersuchungen wissen die Forscher, wie Depressive und nicht Depressive gehen.

Veränderungen an körperlichen Prozess als Behandlungsmöglichkeit bei Depressionen

In der aktuellen Untersuchung haben sie das Gangmuster der Probanden (39 Studierende) so verändert, dass sie entweder fröhlicher oder depressiver gelaufen sind als normal. Dann haben sie ihnen positive (z.B. mutig, attraktiv) oder negative Wörter (z.B. langweilig, dumm) dargeboten und sie sollten entscheiden, ob sie diese Wörter beschreiben.

Nach acht Minuten wurde dann ein nicht angekündigter Gedächtnistest durchgeführt. Probanden, die depressiv gelaufen sind, haben mehr negative Wörter behalten (ein Muster, das auch immer wieder bei Depressiven gefunden wird), während Probanden, die fröhlich gelaufen sind, sich mehr positive Wörter gemerkt haben.

"Das zeigt uns, dass unsere Art sich zu bewegen Auswirkung darauf hat, ob wir eher positive oder negative Informationen verarbeiten. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen Körper, hier der Gangart, und der Psyche, hier der Art, welche Informationen wir uns merken. Solche Ergebnisse könnten in Zukunft dazu verwendet werden, Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Depressionen zu entwickeln, die über eine Veränderung von körperlichen Prozessen wirken", erklärt Michalak. (eb)

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