20 Jahre im Vergleich

Arthritis-Patienten geht es heute viel besser

Der Umgang mit rheumatoider Arthritis (RA) hat sich in den vergangenen 20 Jahren stark gewandelt. Patienten sind heute in einer deutlich besseren körperlichen und seelischen Verfassung, berichten niederländische Rheumatologen.

Veröffentlicht:

UTRECHT. In der Rheumamedizin früherer Jahrzehnte lag ein Schwerpunkt auf intensivierter Therapie bei Exazerbationen. Den Patienten rieten die Ärzte, sich körperlich zu schonen.

Heute hingegen wird bei RA - zumindest in den reichen Ländern - früh und intensiv behandelt, mit Kombinationstherapie, Biologika, engmaschiger Kontrolle und definierten Zielen. Um ihr Wohlbefinden zu steigern, werden die Patienten ermutigt, sich weniger einzuschränken.

Anscheinend ist die geänderte Strategie erfolgreich. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie hervor, die ein Forscherteam um Cécile Overman von der Universität Utrecht vorgelegt hat.

Overman und Kollegen hatten von 1990 bis 2011 jährlich rund 50 Patienten zum Zeitpunkt von deren RA-Diagnose und regelmäßig während der folgenden fünf Jahre untersucht sowie nach ihrem Befinden befragt (Arthritis Care Res 2013, online 3. Dezember).

In den ersten Jahren der Studie von 1990 bis 1994 wiesen 64 Prozent der RA-Patienten zum Diagnosezeitpunkt körperliche Einschränkungen auf. 34 Prozent waren von Angstgefühlen geplagt, 43 Prozent waren depressiv gestimmt. In den Jahren 2004 bis 2008 waren die Prozentzahlen auf 60 Prozent (Behinderungen), 21 Prozent (Angst) und 32 Prozent (Depressionen) gesunken.

In den ersten abschließenden Follow-up-Untersuchungen der 1990 bis 1994 in die Studie aufgenommenen Patienten, die 1994 bis 1998 stattfanden, lagen die Anteile bei 53, 23 und 25 Prozent. Die Tests in den Jahren 2007 bis 2011 ergaben demgegenüber Quoten von 31, 12 und 14 Prozent.

Die Verbesserungen in den Follow-up-Untersuchungen lassen sich nach Ansicht der Wissenschaftler zumindest teilweise auf die Fortschritte in der medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapie zurückführen.

Vor allem gilt das hinsichtlich der deutlich geringeren Zahl von körperlich eingeschränkten Patienten. Nicht unwahrscheinlich, dass dieser Umstand auch zu den Aufhellungen des psychischen Zustands der Patienten beigetragen hat. Statistisch belegen lässt sich die kausale Verbindung nicht.

Ohnehin stellte sich die Lage der Patienten in späteren Jahren bereits bei Diagnose günstiger dar; ein Effekt der Therapie ist hier ausgeschlossen. Hier greift wahrscheinlich der Trend zu effektiverer Frühdiagnostik, was auch das über die Jahre gesunkene Alter der frisch diagnostizierten Patienten nahelegt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass vor 20 Jahren jeder zweite RA-Patient vier Jahre nach der Diagnose körperlich behindert war. Nunmehr trifft dieses Schicksal noch jeden Dritten.

Der Anteil deprimierter und ängstlicher Patienten ist um die Hälfte gesunken. Overmans Fazit: "Die Resultate zeigen, dass Patienten mit RA heutzutage bessere Chancen haben, ein lebenswertes Leben zu führen, als noch vor 20 Jahren." (rb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Frühe Nutzenbewertung

Mangels geeigneter Studie: Kein Zusatznutzen für Avacopan

Seltene, aber schwere Nebenwirkung

NSAR und Metformin: eine gefährliche Kombination

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
CRP-Wert-unabhängig therapieren mit Ixekizumab

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Axiale Spondyloarthritis (axSpA)

CRP-Wert-unabhängig therapieren mit Ixekizumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v. d. H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Frau steht vor einer schwarzen Wolke.

© 1STunningART / stock.aodbe.com

Keine Modeerscheinung

ADHS im Erwachsenenalter: Das gilt für Diagnostik und Therapie